Sprache

Die norwegische Schriftsprache hat zwei gleichberechtigte Varianten: Das Bokmål ("Buchsprache") geht auf das sprachliche Erbe der dänisch-norwegischen Personalunion zurück, während das Nynorsk ("Neunorwegisch") an die ursprünglichen west- und südnorwegischen Dialekte anknüpft.

Im geschichtlichen Rückblick muss die Bevölkerungsstruktur als kulturell und ethnisch stets relativ homogen bezeichnet werden. Die größte ethnische Minderheit bildeten die Samen, denen nach langjährigem Kampf eigene politische und soziale Organe und Einrichtungen zugestanden wurden. Auch ihre Rechte in Bezug auf Sprachunterricht, Kultur und charakteristische Erwerbstätigkeiten werden jetzt akzeptiert. Die meisten Samen sind in der "norwegische" Gesellschaft integriert.

In der Hauptstadt Oslo wohnen mehr Samen als im eigentlichen Kerngebiet Finnmark. In den vergangenen 30 Jahren sind durch Zuwanderung von Flüchtlingen und Arbeitsuchenden neue Minderheiten entstanden.

Ein paar Ausspracheregeln für Anfänger


Lange Vokale
a = ah, wie in Tag – "bare" (bahre) - nur
e = eh, wie in Reh – "Tre" (treh) - Baum
i = ih, wie in Ziel – "bil" (bihl) - Auto
o = uh, wie in Uhr – "stor" (stuhr) - groß
u = üh, wie in Tür – "jul" (jühl – man denkt sich ein kleines englisches "w" hinter dem Laut, er klingt dunkler als y) - Weihnachten
y = üh, wie in Tür – "lys" (lühs – man denkt sich ein kleines "j" hinter dem Laut, er klingt heller als u) - Licht
å = oh, wie in Ohr – "åpne" (ohpne) - öffnen
ø = öh, wie in Gehöhr – "høre" (höhre) - höhren
æ = äh, eine Mischung aus äh und ah – "være" (vähre) - sein
Das Wort "de" (sie, in der Mehrzahl) wird immer "dih" ausgesprochen.

Kurze Vokale
Meist wie die entsprechenden kurzen Vokale, Ausnahme:
o = o, wie in Otto – "konge", "slott", "komme" (König, Schloß, kommen)
Es werden viel mehr Vokale lang gesprochen als im Deutschen, Vokale sind kurz, wenn ein Doppelkonsonant folgt ("slott"), oder oft, wenn in derselben Silbe mehrere Konsonanten folgen "kveld" (kvell) - Abend.

Diphtonge
ei = ei, wie in Brei – "greitt" - prima
eg = ei, wie in Brei in den Wörtern "jeg" (ich), "meg" (mich), "deg" (dich)
eu = äü (Europa)
au = aü (August)

Konsonanten
Ein "d" am Ende eines Wortes hört man meist nicht.
Ein "r" am Ende einer Silbe hört man immer; es wird nicht verschluckt, wie im Deutschen.
Das "r" wird, je nach Region, gerollt.
Bei "hv" hört man nur das "v" (hva - was).
Die Kombination von r und s ergibt, je nach Region, "(r)sch": "børs" - bö(r)sch - Börse
Die Kombination von s und l ergibt, je nach Region, "schl": "Oslo" - Uschlu. Auf Deutsch sagt man aber immer noch Oslo (Sie würden ja auch nicht Parih für Paris sagen...).

S-, Sch- und Ch-Laute
"s" wird immer scharf ausgesprochen, wie in "Nuß", auch am Anfang eines Wortes.
skj = sch, sj = sch und kj = ch (wird ausgesprochen wie das ch in "ich")
sk und k mit dunklen Vokalen (a, o, u, å, æ) und mit hellen Vokalen (e, i, y, ø):

In Fremdwörtern bleibt natürlich alles beim alten: "skepsis,"kyrie", aber kemi ("chemih") = Chemie, sjåfør (schofföhr) = Chauffeur usw.


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