Kaizers Orchestra-Interview mit Gewinnspiel

Kaizers Orchestra haben gerade ihre erfolgreiche Europatournee beendet. Dabei haben sie auch mehrere Konzerten in Deutschland gespielt. Vor ihrem Auftritt im Berliner Postbahnhof hat sich für die norwegische Botschaft die Gelegenheit ergeben, mit Gittarist Geir Zahl über die Tournee, das neue Album und das Bandleben zu sprechen.

Botschaft: Willkommen in Berlin, wie ist die Tournee gelaufen?
Zahl: Sehr gut, das Leben auf Tour macht uns sehr viel Spaß. Die Konzerte spielen natürlich eine wichtige Rolle für uns und es ist eine gute Gelegenheit für uns, ein grösseres Publikum zu erreichen. Norwegen hat ja sehr wenige Einwohner, und die Leute wohnen so verstreut, daß es schwierig ist, auch für erfolgreiche Musiker, eine Tour auf die Beine zu stellen. Deutschland ist groß genug, daß sich auch Subkulturen entwickeln können, und in Deutschland findet unsere Musik ihren Platz auch eher in einer Nische. In Norwegen sind wir ja Mainstream.

Botschaft: Ist in unterschiedlichen Ländern das Publikum wirklich so verschieden? 
Zahl: Eigentlich nicht. Wir bekommen fast die gleichen Reaktionen, unabhängig davon wo wir spielen – nur die Lieblingslieder der Konzertbesucher sind unterschiedlich.

Botschaft: Was glauben Sie, warum das so ist?
Zahl: Wir singen ja auf norwegisch, und oft ist es für das Publikum schwierig mitzusingen. Deshalb mögen die Leute ausserhalb von Norwegen besonders die Songs in denen viel gesummt oder ohne Text gesungen wird.

Botschaft: Lernen Ihre Fans die Texte nicht auf norwegisch? Kaizerfans gelten doch als sehr fanatisch.
Zahl: Ja das stimmt, wir haben besondere Fans, aber das jemand extra norwegisch gelernt hat, um unsere Texte zu verstehen, davon hab ich noch nichts gehört.

Botschaft: Welche Rolle spielt es, das Sie auch im Ausland nur auf norwegisch singen?
Zahl: Ich weiss nicht, ob das wichtig ist, aber für uns gab es dazu nie eine Alternative. Für uns steht wirklich die Musik im Fokus, und nicht die Texte. Und wenn unser Erfolg tatsächlich hauptsächlich an der norwegischen Sprache läge, müsste dann nicht jeder Norweger mit einer Gitarre großen Erfolg haben?


Foto: Paal Audestad

Botschaft: Ihr neues Album ”Maskineri” ist ja erst kürzlich erschienen. Was ist neu daran und wie unterscheidet es sich von früheren Platten?
Zahl: Wir werden ja oft hauptsächlich als Live-Band wahrgenommen und davon wollten wir uns mit ”Maskineri” ein bisschen distanzieren. Wenn uns früher die Leute zu 70 Prozent auf Grund unserer Konzerte gemocht haben und zu 30 Prozent wegen unserer Platten, dann wollen wir das ändern, jetzt wird es 50-50!

Botschaft: Haben Sie auf dieser Platte anders gearbeitet als vorher?
Zahl: Wir wollten ein echtes ”Albumalbum” machen, und auch deshalb haben wir für ”Maskineri” mit dem amerikanischen Produzenten Mark Howard zusammengearbeitet, der früher schon als rechte Hand von Iggy Pop-, Bob Dylan- und U2-Produzent Daniel Lanois tätig war. Wir wollen nicht mehr Weltmeister im Wettbewerb ”Wer bespielt die lauteste Platte” werden. Mark Howard war für uns dabei genau die richtige Person. Der etwas gedämpfte Sound für den er bekannt ist, war optimal für das, was wir wollten.

Botschaft: Übrigens, was hat es mit den Ölfässern auf sich, die von Anfang an fester Bestandteil Eurer Percussion war? Mancher meint, daß Sie dafür vom norwegischen Ölkonzern StatoilHydro gesponsored werden?
Zahl: Wir haben die Idee von einer Tom Waits-Coverband aus Bergen übernommen und weiterentwickelt. Und was das Sponsoring angeht: Das stimmt nur zum Teil. Statoilhydro gibt uns kein Geld, aber eben die leeren Ölfässer - sie haben einfach den besten Sound.
Außerdem glauben wird, daß man, wenn mann fossile Brennstoffe favorisiert, in der Regel auch über ziemlich fossile Gedankengänge verfügen muss.

Botschaft: Vielen Dank für das Gespräch!

Gewinnspiel: Die norwegische Botschaft verlost Exemplare des neuen Kaizers Orchestra-Album ”Maskineri”. Antworten Sie auf die Frage von Kaizers Orchestra-Gittarist Geir Zahl:
Welche Mannschaft gewann den norwegischen Fußballpokal der Männer im Jahr 1987?

Der Wettbewerb ist jetzt abgeschlossen und die Gewinner sind gewählt. Wir bedanken uns für alle eingesandten Vorschläge.
Die Antwort  lautete „Bryne FK”. Die vier glücklichen Gewinner sind:

1. Platz: eine signierte Ausgabe von ”Maskineri”: Rainer Kaehler
2. Platz, ”Maskineri”: Christopher Rosenkilde
3. Platz: ”Kaizers live at Vega”: Heiko Scholze
4. Platz: Janove Ottesen ”Francis` lonely nights”: Robert Gehrke


Source: Kgl. Norwegische Botschaft   |   Share on your network   |   print