Der Maßnahmeplan wurde von Entwicklungsminister Erik Solheim in der entwicklungspolitischen Erklärung vor dem Storting im Mai 2006 angekündigt und ist Teil des Engagements für Frauen und Gleichberechtigung als eine der Hauptrichtungen der norwegischen Entwicklungspolitik. In der Erklärung legte Solheim auch Gewicht darauf, dass Norwegen es wagen soll, unpopuläre Themen, wie Gleichberechtigung, sexuelle Rechte und das Recht auf Schwangerschaftsabbruch aufzugreifen. Dies wird von dem Maßnahmeplan weiterverfolgt.
Ganz konkret bedeutet das zum Beispiel, dass Norwegen den Einsatz zur Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs intensivieren wird, und die Entkriminalisierung der Frauen, die einen illegalen Aborteingriff vornehmen ließen, so dass sie sich bei auftretenden Komplikationen ohne weiteres behandeln lassen können. Norwegen wird für die Entkriminalisierung von Homosexuellen und für die Bekämpfung jeglicher Form von Diskriminierung und Stigmatisierung von Personen auf Grundlage von sexueller Orientierung arbeiten.
Der Maßnahmeplan basiert auf eine starke gerechtigkeitsorientierte Annäherung. Die politische und wirtschaftliche Teilnahme und die Rechte der Frauen, die sexuellen und fortpflanzungsbezogenen Rechte der Frauen und die Bekämpfung von Gewalt gegenüber Frauen sind die vier zentralen Einsatzbereiche für die Arbeit mit Frauen und die Gleichstellung in der Entwicklungsarbeit. Zusätzlich zu den zielgerichteten Maßnahmen für Frauen, wird der Geschlechtsaspekt in die gesamte Entwicklungsarbeit integriert, mit Schwerpunkt auf die vier übrigen Hauptrichtungen (Friedensaufbau, Menschenrechte und humanitäre Hilfe; gute Staatsform und Institutionsaufbau; Umwelt und ressource-erhaltende Entwicklung; Erdöl/Energie.).
Norwegen wird ein aktiver Unterstützer für diejenigen sein, die sich für die Veränderungsarbeit in den Ländern mit denen wir zusammenarbeiten engagieren, sowohl auf Behördenebene, in der zivilen Gemeinschaft wie auch unter den anderen Geberländern. Norwegen wird die eigene Organisierung der Frauen und die Fähigkeit zum Stellen von Forderungen bei Behörden unterstützen und dazu beitragen, die eigenen Möglichkeiten und den Einfluss der Frauen zu stärken, sowohl zur Einflussnahme auf die Gesellschaftsentwicklung wie auch auf die eigenen Lebensbedingungen.