Die Natur kann mehr Kohlenstoff lagern

Letzte Aktualisierung: 03.09.2009 // Es ist an der Zeit, Wäldern, Mangroven, Mooren und umweltfreundlicher Agrarwirtschaft eine Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zu geben, sagt UNEP am Welt-Umwelttag 2009. Norwegens Programm gegen die Abholzung des Urwalds soll dazu beitragen.

Auf dem Welt-Umwelttag 2009 teilte das UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) der Welt mit, dass die Natur selbst einen wichtigen Schritt leisten kann, um dem Klimawandel entgegenzuwirken - wenn wir sie nur lassen. Nach dem Bericht des UNEP kann man die Klimagasausstöße mit erhöhten Investitionen in Schutz, Rehabilitierung und Verwaltung der Wälder, Moore, Bodenverhältnisse und andere wichtige Ökosysteme deutlich verringern und verhindern, dass diese Gase in die Atmosphäre gelangen.
Norwegens Regierung hat deshalb eine Initiative von internationalem Umfang gestartet, wo es darum geht, den Regenwald als Klimagasspeicher und Heimat für Tiere und Pflanzen zu bewahren. Dabei wird der Lebensraum vieler Ureinwohner zusätzlich geschützt.


Es muss mehr getan werden
Achim Steiner, UNO-Vizegeneralsekretär und Direktor des UNEP, sagte: „ Mehrere Milliarden Dollar werden jetzt für die CO2-Abscheidung und -Speicherung in Kraftwerken investiert, dabei soll CO2 unter der Erdoberfläche oder unter dem Meeresboden gelagert werden.
 „Vielleicht übersieht die internatonale Gesellschaft eine schon erprobte und wirksame Methode, die sich schon seit Tausenden von Jahren bewährt hat, die Biosphäre. Berechnungen zufolge können die lebenden Systeme der Erde über 50 Gigatonnen Kohlenstoff in den nächsten Jahrzehnten binden, wenn dafür die richtigen Marktsignale gegeben werden, fügte Achim Steiner hinzu.
Dies ist auch im gleichen Rahmen wie die Initiative des UNEPs „Grüne Wirtschaft“, weil das investierte Geld nicht nur den Klimawandel bekämpft, sondern dabei auch Entwicklungsvorteile geschaffen werden, wie besserer Zugang zu Wasser, Stabilisierung der Bodenverhältnisse und reduzierte Verluste in der Artenvielfalt. Gleichzeitig schaffen diese Investitionen neue „grüne“ Jobs in der Branche für Naturverwaltung und den Naturschutz, sagte Achim Steiner.


Internationaler Respons
Um einen gemeinsamen internationalen Respons auf das Problem der Abholzung des Urwaldes zu bekommen, arbeitet die norwegische Regierung innerhalb des UNO-Systems. Die UNO arbeitet an dem Collaborative Program on Reduced Emissions from Deforestation and Forest Degradation (UN-REDD). Das Programm wir in der Startphase von Norwegen mit 50 Millionen USD vollfinanziert, damit die Arbeit schnell in Gang kommt. Auf lange Sicht müssen sich auch andere Länder an der Finanzierung des Projektes beteiligen, aber die norwegische Regierung hat beschlossen, dass es wichtig ist, in Prozessen wie diesem, als Katalysator zu funktionieren. UN-REDD koordiniert die Bemühungen der UNO-Organisationen UNEP, UNDP (United Nations Development Program) und FAO (Food and Agriculture Organization), um die Themen, die für REDD relevant sind, in dem UNO-System zu bündeln.


An allen Fronten gegen den Klimawandel

Norwegens Einsatz, um den Urwald zu bewahren, beschränkt sich nicht nur auf das UNO-System, es umfasst auch regionale und bilaterale Bemühungen.
Durch die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) wurde ein Fonds zum Schutz und der nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes im Kongo-Bassin eingerichtet (Congo Basin Forest Fund, CBFF). Der Fonds arbeitet mit Behörden vor Ort, internationalen Gebern, freiwilligen Organisationen und privaten Akteuren zusammen, um dazu beizutragen, dass eine nationale und lokale Kompetenz zur nachhaltigen Verwaltung der Waldressourcen aufgebaut wird. Norwegen trägt mit 500 Mio. norwegischen Kronen zum Fonds bei.

 

Norwegen hat zudem zwei zentrale bilaterale Initiativen in Brasilien und in Tansania. Bilaterale Kanäle werden in Fällen benutzt, wo internationale Initiativen schon vorhanden sind, und wo nationale Initiativen schon etabliert und fortgeschritten sind. Brasilien besitzt 30 Prozent des verbleibenden Regenwaldes auf der Welt, aber eine hohe Abholzungsrate ist seit Langem ein großes Problem. Gleichzeitig ist Brasilien eines der Länder, das am weitesten gekommen ist, das Problem ernst zu nehmen. In 2004 initiierten die brasilianischen Behörden PPCDAM ein interministerielles Programm, um die Abholzung zu reduzieren. Es wurde später durch den Amazonas-Fonds für externe Finanzierungen geöffnet. Das Programm kann auf bedeutende Erfolge verweisen. Norwegen trägt im Zeitraum 2008-2009 mit 700 Mio. norwegischen Kronen zum Fonds bei.
In Tansania unterstützt Norwegen, in Zusammenarbeit mit UN-REDD, die Entwicklung und Durchführung einer nationalen Strategie für REDD mit 500 Mio. norwegischen Kronen, verteilt auf 5 Jahre. Die Zusammenarbeit mit internationalen Akteuren ist eng, speziell auf Gebieten wie Strategieausformung, Kapazitätsförderung und Etablierung von Systemen zur Überwachung, Analyse, und Verifizierung von Waldarealen, die gelagerte Menge an Kohlenstoffen und die Änderungen derer.

 


Quelle: Königlich  Norwegische Botschaft   |   Anteil in Ihrem Netzwerk   |   print