Das Umweltministerium wird Kontrollmitglied im Grønn Punkt

- Das Ministerium für Umwelt wird erstes öffentliches Kontrollmitglied im Grønn Punkt (Grüner Punkt), sagte Staatssekretärin Heidi Sørensen  während des Grønn Punkt-Tages 2009. Damit erhofft sich das Ministerium für Umwelt, mehr Gewichtung auf die umweltgerechte Handhabung von Verpackungsmaterialien im öffentlichen Sektor.

Grønn Punkt Norge ist ein Instrument der norwegischen Wirtschaft, um die Forderungen des Ministeriums für Umwelt nach umweltfreundlicheren Verpackungsmaterialien einzuhalten. Einer der Aufgaben des Grønn Punkts ist es, die Wirtschaft dazu zu verpflichten, sich mehr für die Wiederverwertung von Verpackungsmaterialien zu engagieren. Der öffentliche Sektor sollte hier als Beispiel dienen, sagt Staatssekretärin Sørensen.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Grønn Punkts ist es, die Trittbrettfahrer darüber aufzuklären, wie ihre  Produkte auf die Umwelt einwirken, und  in weiteren Phasen ein Umdenken zu bewirken. Wir möchten, dass die Wirtschaft eine aktive Rolle bei der umweltgerechten Hantierung von Verpackungen spielt, sagt Grønn Punkt in einer Pressemeldung.


Richtige Sortierung des Abfalls ist wichtig. Foto: Grønn PunktAbfälle werden in Zukunft als Ressource dienen. Foto:Grønn Punkt
Abfall wertloser Müll oder Ressource der Zukunft?
Verbrauch verursacht Abfall,  -  und dass dieser Abfall einfach auf einer Deponie landet und dort keine Funktion mehr hat, war lange ein akzeptiertes Faktum, aber ein Umdenken der norwegischen Gesellschaft ist notwendig und glücklicherweise haben schon viele damit begonnen.
 In Fredrikstad, einer Stadt südöstlich von Oslo, sind das kommunale Wasser- und Abwasserwerk eine Zusammenarbeit mit der lokalen Busgesellschaft eingegangen. Zusammen haben sie eine Biogasanlage gebaut, die auf der Basis von Biogas aus Abwasser und organischen Abfällen arbeitet. Die Energie in den Abfällen wird somit auf eine produktive Weise nutzbar gemacht. Gas aus Abfällen kann nie alle Fahrzeuge in Norwegen vorantreiben, aber kann ein Teil der Lösung sein.
In Hov in Søndre Land hat Ultimat ein Isolationsmaterial aus Textilabfällen erfunden. Das Produkt kann als Baumaterial eingesetzt werden. Wiederverwertung von Textilien ist in Norwegen und Europa nicht sehr verbreitet, Ultimat hat aber keine Schwierigkeiten aureichend Textilien zu finden. Eine Herausforderung besteht aber darin, das Produkt auf dem  Markt zu verkaufen. Deshalb hat das Ministerium für Umwelt dem Unternehmen einen Zuschuss in Höhe von 150 000 NOK zur Verfügung gestellt, um Informationsarbeit zu betreiben.
Eine Herausforderung  bei der Hantierung von Abfällen ist es, die Menge an deponierten Abfällen so gering wie möglich zu halten.  Abgase von Deponien sind ein Problem für die Umwelt und führen zum Treibhauseffekt. Der 1. Juli 2009 ist deshalb ein wichtiges Datum für das Umweltministerium in Norwegen, weil ab diesem Datum ein Verbot gegen die Deponierung von abbaubaren Abfällen in Kraft tritt. Für die Wirtschaft, die sich auf Wiederverwertung spezialisiert hat, bedeutet das Gesetz bessere Rahmenbedingungen.
In Zukunft werden die Abfallberge abnehmen. Foto:Wikipedia CommonsDie Abfalldeponien sollen in Zukunft nicht mehr wachsen. Foto: Wikipedia Commons

Die erwarteten Effekte des Verbots sind:   
• eine Reduzierung des Klimagasausstoßes von 1/3 des heutigen Niveaus bis 2040
• eine Reduzierung durch erhöhtes Recycling
• 30 bis 50 Prozent Reduktion entwichener Umweltgifte und Nahrungssalze
• 800 000 Tonnen weniger deponiertes abbaubares Material jährlich
Berechnungen zufolge wird die reduzierte Menge an Klimagasen, die das Deponierungsverbot und das erhöhte Recycling mit sich führt, 3 Mio. Tonnen betragen, was 900 000 Pkw’s entspricht. 
Die Stimulanz eines Deponieverbots wird die Gesellschaft zu einem Umdenken bewegen, dass Abfälle Ressourcen sind, und auch neue wirtschaftliche Möglichkeiten bieten.


Quelle: fwa@mfa.no   |   Anteil in Ihrem Netzwerk   |   print