Immer mehr norwegische Kinder leben bei ihren Vätern

Die Zahl der alleinerziehenden Väter steigt. Eine neue Statistik zeigt, daß knapp 30.000 Kinder ständig bei ihren Vätern leben.

Wendepunkt. Vor wenigen Jahren war das Bild ein völlig anderes. Im Jahr 1999 waren es fast 20.000 Kinder, die ständig bei ihren Vätern lebten. Im Laufe von vier Jahren ist dies also eine Steigerung um 10.000 Kinder, die allein mit ihren Vätern leben.

- Ein Teil dieser Entwicklung ist in politischen Veränderungen begründet. 1998 wurde es weit einfacher für zusammenlebende Eltern, die Elternverantwortung aufzuteilen. Im Laufe der 1990er Jahre wurde es für Eltern auch einfacher, in Verbindung mit der Geburt eine Beurlaubung zu nehmen, sagt An-Magritt Jensen, Professorin für Soziologie an der NTNU in Trondheim in einem Interview mit Aftenposten.

Rund 14 Prozent der Kinder, die bei einem Elternteil leben, leben gemäß der Übersicht des Statistischen Zentralbüros (SBB) über zu Hause wohnende Kinder im Alter zwischen 0-17 Jahren per 1. Januar 2003 jetzt bei ihren Vätern.

Auf die Frage hin, welche Voraussetzungen dazu führen werden, daß die Männer in größerem Maße das Hauptsorgerecht für die Kinder nach dem Ende des Zusammenalebens haben, sagt Jansen, daß
- es eine gemeinschaftliche Anerkennung und ein Verständnis für den Wert des Kindes geben muß. Private Arbeitgeber müssen bessere Grundlagen für die Elternschaft legen, bessere Beurlaubungsregelungen und Kindergartenplätze anbieten. Wir müssen weg von der Tatsache, daß es schwieriger für einen männlichen Ökonomen ist, seine Kinder im Kindergarten abzuholen als für eine Lehrerin, sagt An-Magritt Jensen.


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