Der Künstler selbst sagt über sein Kunstwerk:
” Nach den Geschehnissen in Oslo kann das Werk im Osloer Bahnhof als ein `memento mori` gesehen werden. Selbst nach tragischen Ereignissen werden wir am Ende wieder vom Alltag eingeholt und lernen mit der Trauer zu leben und sie als Erkenntnis unserer Sterblichkeit anzunehmen.”
Eines der Kunstwerke, das in der Halle des Flughafenexpresszuges angebracht ist, zeigt ein Blatt Papier mit einem, teilweise verwischtem Datum. Neben dem Blatt liegt ein Bleistift mit einer zerstörten Radiergummispitze. Das Datum ist jedoch unwiderbringlich erkennbar und in Verbindung mit dem Radiergummi befasst sich das Kunstwerk mit der Frage, wie persönliche und gemeinsame Erinnerung enstehen und welche Erinnerungen sich entfernen lassen, welche jedoch auch nicht vergessen werden können.
Die Videoinstallation, die im Innenraum des Bahnhofs gezeigt wird, zeigt eine Stop-Motion Animation mit einer Sammlung von Fotografien, die alle das Motiv Sonne in verschiedensten Perspektiven zeigen. Jedes Bild ist jedoch anders, verändert durch unterschiedliche Einstellungen der Blende und der Belichtung. Der hektische, aber diffuse Ausdruck lässt die Sonne damit als ein lebensspendendes und kraftvolles Zentrum erscheinen.

`Rom for kunst` möchte mit der Aktion im Osloer Bahnhof in künstlerischer Art und Weise eine persönliche Reaktion auf die Ereignisse in Oslo und auf Utøya präsentieren. Die Situation in Norwegen war seit den Anschlägen sowohl durch gefühlsgeprägte als auch sachlichen Debatten rund um die Ursachen der Ereignisse geprägt. Auch Themen wie Meinungsfreiheit, unterschiedliche Diskusionskanäle und Kommunikation im Allgemeinen kamen im Laufe der öffentlichen Diskussion zur Sprache. Dabei wurden auch immer bestiimte Problemstellungen, wie die Rolle der Medien, der Kontext der Debatte und die Definitionen von Moral, Ethik, Faschismus und Rassismus angesprochen.
Die Technik ermöglicht uns mit Hilfe der neuen sozialen Medien Ausdrucksmöglichkeiten, die auch unsere individuelle Stimmen und Meinungen einbeziehen können. Jan Christensen in seiner Funktion als Künstler zeigt mit diesem Projekt eine individuelle Stimme, die versucht, die kollektive Stimmung einzufangen.
Jan Christensen lebt und arbeitet in Berlin.
Weitere Informationen zum Künstler und über das Kunstprojekt finden
Sie hier:
Jan Christensen
Rom for kunst
Text: http://romforkunst.no/en/prosjekter/en-melankoli-av-jan-christensen/