Der 32-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern, der in Norwegen wohnt und arbeitet, rettete am 22. Juli das Leben von 24 norwegischen Jugendlichen, die sich auf der Insel befanden. Gleffe machte gerade mit seiner Familie auf dem Campingplatz auf dem Festland Urlaub, als er Geräusche hörte, die er erst für ein Feuerwerk hielt. Als er sah, dass ein Mann begonnen hatte, auf Menschen zu schießen, setzte er sich in ein kleines Motorboot und fing an, fliehende Menschen aus dem Wasser zu retten. Der Preis wurde von einem der Überlebenden der Tragödie, Per Anders Torvik Langerød, übergeben Für seinen Einsatz wird Gleffe ebenso am 4. Oktober mit dem deutschem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Bei der Preisverleihung war auch der norwegische Botschafter Sven Erik Svedman anwesend, der den Abend als einen der bewegendsten Momente beschreibt, die er in seiner Amtszeit erlebt hat. Im Saal herrschte erst betroffene Stille, was jedoch in stehenden Applaus überging, als Marcus Gleffe den Preis überreicht bekam. Bei der Preisverleihung waren auch vier der Überlebenden von Utøya anwesend. Gleffe sagte in seiner Dankesrede, dass es ihm trotz der grossen Ehre lieber wäre, wenn er den Preis nie bekommen hätte, und diesen Tag niemals hätte erleben müssen.
Auch in Deutschland hatte die Tragödie auf Utøya die Menschen berührt. Viele Deutsche zeigten ihre Anteilnahme und tausende kamen in den Tagen nach der Tragödie zur norwegischen Botschaft in Berlin, um Ihre Trauer, Verbundenheit und Solidarität zum Ausdruck zu bringen.
Die Goldene Henne ist ein jährlicher deutscher Publikums- und Medienpreis zur Erinnerung an die 1991 verstorbene Entertainerin Helga Hahnemann, die den Spitznamen „Henne“ trug.