Im Felleshus der Nordischen Botschaften bezogen die Statement-Sprecher/innen vor Vertreterinnen fast aller großen berufsorientierten Frauenverbände in Deutschland und aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
Position für eine zeitnahe Einführung einer gesetzlichen Frauenquote für deutsche Aufsichtsräte.
Diese Botschaft war eindeutig: „Wir wollen die Quote und zwar sofort!“
Die Redner schilderten, warum sie „keine geschätzten 240 Jahre warten wollen, bis in deutschen Führungsetagen eine kritische, kulturverändernde Masse von 30 Prozent weiblichen Managern erreicht wird“, wie es Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, in seinem Statement nachrechnete.
Die Moderatorin, Frau Karin Groeninger im Gespräch mit Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom. Foto: Almut Schoenfeld
Sattelberger kam zu dem Schluss, dass der ordnungspolitische Weg sicherlich nicht der beste sei, eine gesetzliche Quote aber die Ultima Ratio, denn, und hier zitierte er Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung: „Manchmal hilft gegen die Kraft des Faktischen nur die Kraft des Normativen.“
Petra Müller, Mitglied des Bundestages (FDP), sah es ähnlich: „Der Proporz ist nicht wirklich eine urliberale Lösung“, so die FDP-Politikerin. „Aber überall da, wo Frauenquoten eingeführt wurden, haben sie funktioniert.“ Prof. Dr. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. (CDU), fasste es noch knapper zusammen: „Quoten wirken! Das lässt sich seit Jahrzehnten schwarz auf weiß nachweisen.“ Kaum Fortschritte habe es jedoch gegeben, wenn „freiwillige Selbstverpflichtungen das Mittel der Wahl“ gewesen seien.
Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. Foto: Almut Schoenfeld
„Ich will keine Vertröstung auf die Zukunft mehr. Nicht Selbstregulierungist das Gebot der Stunde, sondern die gesetzlich verankerte, verbindliche Quote, nicht in vier Jahren, nicht in zehn, nicht irgendwann, sondern jetzt!“ brachte auch Renate Schmidt, Bundesministerin a.D. (SPD), auf den Punkt, was viele vor allem weibliche Fachkräfte inzwischen denken. „
Renate Schmidt, Bundesministerin a.D. Foto: Almut Schoenfeld
Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), bestätigte dies und stützte sich dabei auf seine ganz persönliche positive Erfahrung mit Frauen in Führungspositionen. „Als mein Vater nicht mehr aus dem Krieg zurückkam, hinterließ er meiner Mutter ein Unternehmen, welches sie außerordentlich erfolgreich weiterführte, ähnlich wie viele andere Kriegerwitwen damals“, so Henkel. „Der Wiederaufbau wurde nicht nur durch Trümmerfrauen, sondern auch durch hervorragende Unternehmerinnen vollbracht.“
Weitere Statement-Sprecher/innen an diesem Abend waren Rudolf X. Ruter, Leiter des Arbeitskreises Nachhaltige Unternehmensführung der Schmalenbachgesellschaft, Krista Sager, Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen für Wissenschafts- und Forschungspolitik und Prof. Dr. Ulrike Detmers, Professorin am Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit an der Fachhochschule Bielefeld sowie Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe in Gütersloh.
Die Statements aller Redner können Sie hier nachlesen.
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