Als die Universität gegründet wurde, wurde sie nach dem letzten dänisch-norwegischen Unionskönig Fredrik VI. benannt und erhielt den Namen „Det Kongelige Fredriks Universitet“. Die Universität erhielt 1939 ihren heutigen Namen - Universitetet i Oslo (UiO). Als über die Gründung einer eigenen norwegischen Universität entschieden wurde, war Norwegen noch in der Union mit Dänemark. Als die Union 1814 endete und Norwegen sein eigenes Grundgesetz erhielt, wurde die Universität noch wichtiger, um als Institution die politische und kulturelle Unabhängigkeit Norwegens zu sichern, besonders in der Personalunion mit Schweden, die bis 1905 bestand.
Die Universität war bis 1946, als die Universität in Bergen gegründet wurde, die einzige Universität Norwegens. Sie spielte eine große Rolle beim Aufbau der Nation im 19. Jahrhundert, als die Amtsträger, Parlamentsmitglieder und Minister der jungen Nation im eigenen Land ausgebildet werden konnten.
Wichtige Forschung
Das Physik- und Chemiegebäude. Foto: Arthur Sand
Die Universität in Oslo hat viele wichtige Beiträge zur Forschung im eigenen Land und in der Welt geleistet. Der Kunstdünger wurde zum Beispiel vom Professor in Physik Kristian Birkeland Anfang 1900 erfunden, was einen Ausgangspunkt für den Riesenerfolg des norwegischen Konzerns Hydro und damit die Grundlage für eine abenteuerliche industrielle Entwicklung bildete.
Drei Forscher, die an der UiO tätig waren, haben den Nobelpreis bekommen. Ragnar Frisch und Trygve Haavelmo bekamen je einen Nobelpreis in Ökonomie im Jahre 1969 bzw. 1989. Odd Hassel wurde 1969 der Nobelpreis in Chemie verliehen.
Vorlesungsreihe nach dem 22. Juli 2011
Heute spielt die Universität nach wie vor eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben in Norwegen. Die Forscher der Universität legen Wert darauf, sich in der Öffentlichkeit zu äußern und sind aktive Teilnehmer in der politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Debatte in Norwegen. Nach den Terroranschlägen in Oslo und auf Utøya am 22. Juli 2011 wird eine Reihe offener Vorlesungen durch die Universität veranstaltet, um einen Beitrag zu den Diskussionen über wichtige und komplexe Themen in der Zeit nach den Anschlägen zu leisten. Damit will die Universität auch vorwärtsschauend dazu beitragen, eine bessere und mehr inkludierende Gesellschaft zu bauen.
Das ursprüngliche Hauptgebäude im Oslo Zentrum. Foto: Nancy Bundt / visitnorway.com Jubiläumsveranstaltungen
Das 200-jährige Jubiläum wird durch verschiedene Veranstaltungen markiert. So werden Vorlesungen und Sitzungen, Konzerte und Lesungen, politische Debatten und große öffentliche Feiern während des ganzen Jahres 2011 stattfinden. Die Woche vom 1. bis 4. September ist ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres; am 2. September wird eine große Jubiläumsfeier für Studierende und Angestellte abgehalten. Das Idéfestival 2011 ist auch ein Teil des Jubiläumsprogramms und wird an vier verschiedenen Samstagen durch das Jahr mit den Themen „Klimaänderungen“, „Vielfalt“, „Digitalisierung“ und „Der menschliche Körper“ arrangiert. Ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr ist der Besuch des Sprachwissenschaftlers Noam Chomsky, der zu den bedeutendsten Forschern der heutigen Humaniora zählt. Er ist vom 'Centre for the Study of Mind in Nature' (CSMN) eingeladen und wird drei Vorlesungen halten.
Kronprinz Haakon Magnus und Kronprinzessin Mette Marit feierten mit einem Konzert von der Strassenkunst-Akademie am 25. August ihren zehnten Hochzeitstag auf dem Platz der Universität.