Die "oldenburger gastage" gelten als wichtigster Branchentreff für die europäische Gaswirtschaft. Vom 1. bis 3. Dezember dieses Jahres öffnen die oldenburger gastage zum 6. Mal Ihre Tore.
Die Mischung aus Fachmesse, Kongress & Networking lockte in den vergangenen Jahren immer mehr renommierte Aussteller zu den Gastagen in Oldenburg. Dieses Jahr werden die Kongressbesucher Norwegen und die Eigenheiten dieses skandinavischen Landes besser kennen lernen – und zwar sowohl in Hinblick auf die Gaswirtschaft als auch auf kulinarische Besonderheiten. Ein Highlight ist der Besuch des norwegischen Botschafters, S.E. Sven Erik Svedman, der gemeinsam mit Herrn Dr. Peter Rügge das dreitägige Branchentreffen am 1. Dezember eröffnen wird.
Norwegen wichtiger Partner
Insbesondere für Deutschland ist Norwegen ein wichtiger Partner im Hinblick auf die Energieversorgung: Ein Drittel des Erdgasverbrauchs der Bundesrepublik kommt aus dem skandinavischen Land. Das Königreich ist damit eine tragende Säule der deutschen und europäischen Gasversorgungssicherheit. Deutschland und Norwegen sind jedoch mehr als nur Handelspartner: „Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene findet seit vielen Jahren ein energiepolitischer und -wirtschaftlicher Dialog statt“, erläutert Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG. „Beide Seiten haben ein tiefes Interesse an diesem Austausch, wohl wissend, dass auf vielen Feldern ein großes Kooperationspotenzial besteht.“ Zu nennen sind hier die Bereiche Exploration, Produktion, grenzüberschreitender Transport und LNG (Flüssiggas). „Norwegen verfügt auf diesen Gebieten über ein hervorragendes Know-how“, so Dr. Brinker.
EU-Binnenmarkt
Auch in der Gas Regional Initiative North-West (GRI NW) arbeiten Deutschland und das Königreich eng zusammen. Dieser im Jahr 2006 von der European Regulators‘ Group for Electricity and Gas (ERGEG) eingeführte regionale Markt ist ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einem EU-Binnenmarkt. Im Gegensatz zu den anderen Mitgliedsländern (NL, BE, FR, IE, UK, DK, SE) ist Norwegen allerdings kein EU Mitglied und nimmt damit eine Sonderstellung ein. „Norwegen gehört jedoch zum Europäischen Wirtschaftsraum, hat in diesem Zusammenhang einen Großteil der Binnenmarktregeln übernommen und kann daher umfassend am Binnenmarkt partizipieren“, sagt Dr. Brinker. Zudem haben die Skandinavier die Vorgaben der ersten und zweiten EU-Gasrichtlinien im Rahmen der nationalen Gesetzgebung berücksichtigt. Mit Alv Bjørn Solheim (StatoilHydro AS) und Laurits Haga (Petoro AS) werden Vertreter der bedeutendsten norwegischen Gasunternehmen auf dem Kongress der oldenburger gastage sprechen. Das internationale Energieunternehmen StatoilHydro mit Hauptsitz in Norwegen ging 2007 aus dem ehemaligen Staatsunternehmen Statoil und dem Gas- und Ölfeldbetreiber Hydro hervor. Laurits Haga repräsentiert als Vizepräsident für den Bereich Öl und Gas das staatseigene Unternehmen Petoro AS. Für Dr. Werner Brinker sind die diesjährigen oldenburger gastage Ausdruck für das gegenseitige deutsch-norwegische Interesse an engen, stabilen und umfassenden Beziehungen. An diesen sei allerdings nicht nur die Bundesrepublik interessiert: „Norwegen ist eine wesentliche Komponente innerhalb der von Berlin und Brüssel verfolgten Strategie der Diversifizierung, mit der die zukünftige Energiesicherheit gewährleistet wird.“
Besuch des Botschafters
So werden Vertreter der Unternehmen StatoilHydro AS, Petoro AS und Statkraft Markets GmbH über ihre Erfahrungen mit der Exploration und dem Handel von Erdgas berichten. Auf der Fachmesse präsentiert sich das führende norwegische Energie-Newsportal Montel und am 1. Dezember wird das skandinavische Thema bei der Abendveranstaltung der CX4U-Firmengruppe aufgegriffen. Ein Highlight ist der Besuch des Botschafters S.E. Sven Erik Svedman, der gemeinsam mit Dr. Peter Rügge das dreitägige Branchentreffen am 1. Dezember eröffnen wird. „Norwegen ist nach Russland der zweitgrößte Gasexporteur nach Europa“, so Dr. Rügge, Geschäftsführer der CX4U-Firmengruppe und Veranstalter der oldenburger gastage. „Die Wahl des Partnerlandes war entsprechend nahe liegend, denn die Gasvorkommen Norwegens sind unheimlich wichtig für die EU – und für Deutschland.“ Eine erstaunliche Entwicklung, denn noch in den Fünfzigerjahren wurde angenommen, dass es im norwegischen Kontinentalschelf (Norwegian Continental Shelf, NCS) entlang der norwegischen Küste keine größeren Gasvorkommen gäbe. Erst Ende der Sechzigerjahre wurde dort die erste Erkundungsbohrung durchgeführt und mittlerweile liegt die netto Gasproduktion bei über 3 tcf pro Jahr.
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