Geschichte
Was den Bergbau betrifft, bestehen zwischen Norwegen und Deutschland starke geschichtliche Beziehungen. Bereits im Jahr 1623 waren deutsche Bergleute im Silberbergwerk in Kongsberg. Seitdem wurden immer wieder deutsche Arbeiter und Angestelle, zumeist aus Sachsen und dem Harz, herbeigeholt. Das Silberbergwerk wurde zum Pionierunternehmen auf dem Gebiet der Sozialfürsorge. Die herbeigeholten deutschen Bergleute brachten aus ihrem Heimatland die "Knappschaft"-Institution mit, die den Arbeitern bei Krankheit oder im Unglücksfall eine Unterstützung sicherte, und das Silberbergwerk bezahlte kranken und verletzten Arbeitern Lohn. Deutsche Worte und Ausdrücke wurden damals in die norwegische Umgangssprache aufgenommen.
Kunst und Kultur
Dresden - In der Periode 1820 - 1840 war Dresden eine wichtige Stadt für norwegische Künstler. J.C. Dahl wohnte als Erwachsener die ganze Zeit über hier. Hier wurde er Mitglied der Kunstakademie und im Jahr 1824 wurde er zum Professor ernannt. Auch viele andere norwegische Künstler fanden den Weg in diese Stadt.
Chemnitz - Bereits im Jahr 1905 hielt sich Edvard Munch für eine Weile in Chemnitz auf, um im Auftrag Kinderportraits zu malen. Viele Arbeiten folgten und 1906 hatte er seine erste Ausstellung im Kunstverein Kunsthütte Chemnitz. 1921 wurden zwei weitere Kunstwerkspräsentationen gezeigt. Im Jahr 1929 wurde eine große Munch-Ausstellung mit über 140 Kunstwerken arrangiert. Und 70 Jahre später gelang es dem Museum im Jahr 1999 noch eine große Munch-Ausstellung "Edvard Munch in Chemnitz" unter der Schirmherrschaft von Königin Sonja und Bundespräsident Johannes Rau zu eröffnen. Bereits 1928 wurde das Gemälde "Zwei Menschen" vom Museum Chemnitz gekauft.
Leipzig - Leipzig war aus norwegischer Sicht gesehen, vor allen anderen Städten Musikmetropole und vor allem verbinden wir Edvard Grieg mit dieser Stadt. Aber auch die Komponisten Halfdan Kjerulf und Johan Svensen hielten sich in den 1850- 60er Jahren in Leipzig auf. Später studierten auch Johan Halvorsen, Johan Selmer und Christian Sinding hier. Das Musikkonservatorium in Leipzig wurde für die norwegischen Musiker von großer Bedeutung und hier wurden lebenslange Kontakte geknüpft. Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges blieb Leipzig die wichtigste Ausbildungsstätte für norwegische Musikstudenten. Es war Ole Bull, der Griegs Elteren überredete, ihn mit nur 15 Jahren im Jahr 1858 nach Leipzig zu schicken. Dank dem Musikverlag Peters in Leipzig wurde Edvard Grieg ein weltbekannter Komponist.
Am 5. März 2002 stand VNG hinter der Einweihung der Edvard-Grieg Allee in Leipzig.
Wirtschaft
Als norwegisches Unternehmen in Sachsen kann Hydro Aluminium in Rackwitz genannt werden. Der norwegische Norsk-Hydro-Konzern ist einer der weltweit führenden Anbieter von Leichtmetall- und Aluminiumprodukten. Die Aktivitäten des Unternehmens in diesem Segment sind in der Konzern-Sparte "Leichtmetalle" gebündelt. Die Werke in Uphusen und Rackwitz produzieren Aluminium-Profile zum Beispiel für die Bau-, die Automobil- und Leichtindustrie.