Nordseestraße – Eine Reise durch die Seele Südnorwegens

Letzte Aktualisierung: 03.09.2009 // Die Nordseestraße bringt Sie in unberührte Teile der südnorwegischen Geschichte. Die Südnorweger haben ein spezielles Verhältnis zur Natur, insbesondere zum Meer. Folgen Sie dem Verlauf der Nordseestraße und Sie werden neue Facetten der südnorwegischen Gemächlichkeit und Fröhlichkeit entdecken.

Die Nordseestraße ist durch spektakuläre Naturschauspiele und Erlebnisse gekennzeichnet. Es ist keine Route für diejenigen, die schnell von A nach B wollen, sondern eine Reise in die Seele der Südnorweger. Die Seele der Südnorweger ist durch das enge Verhältnis zur Küste geprägt. Die Südnorweger wurden über die Jahrhunderte hinweg durch die Schifffahrt von ausländischen Impulsen geprägt und wissen die Küste mit all ihren Perlen zu schätzen. Die Route geht von Kristiansand nach Haugesund, ist aber nicht die schnellste Route, das ist die E39, aber die Nordseestraße bietet Ihnen Erlebnisse, die Ihnen den Atem nehmen werden und vielleicht zum Verweilen einladen werden.


Von Kristiansand nach Lindesnes


Kristiansand ist die Hauptstadt des Sørlands (Südland) mit knapp 80 000 Einwohnern, hier können Sie im berühmten Tierpark ein Seeräuberabenteuer für Groß und Klein erleben, oder die Savanne in Afrika besuchen. Mag man es lieber entspannt, gibt es 200 Meter von der Haupteinkaufsstraße einen schneeweißen Sandstrand. Nach dem Sonnenbaden noch zur Fiskebrygga und frische Garnelen holen.


Von Kristiansand geht es weiter westwärts entlang der Küste, nach Søgne, wo man in Ny Hellesund den historischen Hafen für Segelschiffe besuchen kann. Hier lebten die Lotsen im 17. Jahrhundert und es gab einen Gasthof und ein Zollamt für den Schiffsverkehr.

Westlich liegt Mandal, die weiße Stadt am Sand, die südlichste Stadt Norwegens mit einem gemütlichen Zentrum, geprägt von kleinen weißen Häusern, die sich um den Hafen reihen. Mandal liegt an der Mündung des Flusses Mandalselva (Mandalsfluss), einen der besten Flüsse um Lachs zu fischen. Mandal liegt an der Spitze einer Landzunge, wo es einen großen Kiefernwald gibt, der die Stadt umgibt. Der Wald verläuft ganz  entlang der Küste und wird vom Meer durch viele kleine Strände getrennt. Wenn man am Morgen an den Stränden spazieren geht, kann man die Jogger beim Morgenbad sehen.


Die Nachbargemeinde von Mandal, Lindesnes, ist die südlichste Kommune Norwegens und hier endet auch der Scherengarten, der für den sicheren Schiffsverkehr, von der schwedischen Grenze bis nach Kap Lindesnes, eine natürliche Barriere gegen das raue Meer ist. Kap Lindesnes ist der südlichste Festlandspunkt Norwegens, hier steht auch der berühmte Leuchtturm, der ein beliebtes Touristenziel ist. Jedes Jahr besuchen ungefähr 75 000 Menschen den südlichsten Punkt Norwegens, nicht nur bei schönem Wetter, das Naturschauspiel während Orkanen ist am Kap Lindesnes atemberaubend. Wer lieber die ruhige See bevorzugt, kann durch den Spangereidkanal das Kap Lindesnes umgehen. Der Kanal wurde 2007 von Königin Sonja eingeweiht, und erleichtert kleineren Booten die Fahrt um das Kap Lindesnes.

Von Lindesnes nach Stavanger
Während der Fahrt von Kristiansand nach Haugesund werden Sie eine Wandlung der Natur erleben, nach Lindesnes wird das deutlicher, jetzt liegt der Scherengarten hinter Ihnen und Sie kommen in das Land der Fjorde und hohen Berge. Am Ende einer der ersten Fjorde, die sich tief ins Landesinnere schneiden, liegt die kleine Stadt Lyngdal. Hier findet man das Sørlandsbad, die Badetemperaturen sind das ganze Jahr hindurch über angenehme 30 Grad. Das Bad hat nicht nur einen Wasserpark für Groß und Klein, sondern auch ein Wellnesscenter und ein Gym für Lebensgenießer. Über Lyngdal geht die Fahrt dann den Fjord entlang nach Farsund, einer der ältesten Siedlungen in Norwegen. Farsund ist eine Küstenstadt mit langen Schifffahrtstraditionen, die bis in Wikingerzeit zurückreichen. Das flache Gebiet außerhalb von Farsund hat viele lange Strände, viele kommen hierher, um zu windsurfen oder einfach zum Baden. Gegenüber dem östlichen Teil der Route wird die Natur hier stärker von der Nordsee geprägt.


Nach Farsund lässt man die flache Landschaft hinter sich und kommt in eine abwechslungsreiche Küstenlandschaft. Am Fedafjord entlang ist die Küste steil und auf der Strecke gibt es viele lohnenswerte Aussichtspunkte. Kurz vor der Gemeinde Kvinesdal können Sie auf einem 18-Loch-Golfplatz eine Pause einlegen und sich dem Sport widmen. Nachdem Sie Kvinesdal hinter sich gelassen haben, kommen Sie zum gemütlichen Dorf Feda, wo die Häuser alle dem Holzbaustil des 18. Jahrhunderts treu geblieben sind.
Flekkefjord ist die westlichste Stadt im regionalen Verwaltungsbezirk Vest-Agder. Die Stadt ist eine Fusion vom südnorwegischen Schärengarten und der westnorwegischen Fjordlandschaft. Einen Besuch wert ist „Hollenderbyen“, dass holländische Viertel, das von der Zeit zeugt, als die Holländer in Norwegen Stein für ihre Häfen brauchten. Viele junge Männer aus Flekkefjord heuerten damals auf den holländischen Schiffen, die Stein aus Norwegen nach Holland brachten, an.
Von Flekkefjord nach Egersund ändert sich die Landschaft deutlich. Es wird oft gesagt, dass dieses Grenzland zwischen Südnorwegen und Jæren dem Zorn des Herrens zu verdanken ist. Nackte und umwirtliche Hochebenen prägen das Bild. Diese Strecke ist auch in straßentechnischer Hinsicht interessant. Geschickt wurde die Trasse den Bergen, Hängen und Tälern angepasst. Viele meinen, dass diese Strecke zu den faszinierendsten Straßenabschnitten in Südnorwegen gehört.


Die Reise geht weiter nach Jæren , das flache offene Gebiet, wo der Himmel höher und der Horizont weiter ist. Jæren wurde vom Dichter Alexander Kielland gepriesen: „Jeder Tölpel kann Hardanger bewundern, doch komme nach Jæren, denn hier haben wir Natur für Fortgeschrittene“. Die Beschreibung hat noch heute Gültigkeit, denn hier gibt es viel für Sie zu unternehmen und zu erleben. Einen Abstecher wert ist der Lysefjord mit der berühmten Kanzel und Kjerrag, hier kann Ihre Wanderlust Ihren Lauf nehmen. Jæren bietet alles von Wellenreiten bis Shopping, für nähere Informationen sehen Sie die Links auf der rechten Seite des Artikels.

Stavanger bis Haugesund
Die Stadt Stavanger ist ein natürlicher Abstecher auf der Nordseestraße, hier gibt es Kultur, Geschichte und Sehenswürdigkeiten, die man bei einem Besuch nicht versäumen darf.

 Von Stavanger überquert man den Fjord und kommt auf die Insel Karmøy. An der Südspitze von Karmøy liegt das charmante Skudeneshavn, die Stadt der Segelschoner. In dem von Nortra ausgeschriebenen Wettbewerb um die am besten erhaltene Kleinstadt Norwegens wurde sie ausgezeichnet, und war 2005 Norwegens „Sommerstadt“. Weiter auf der Nordseestraße geht es über Karmøy von Skudeneshavn an Åkrehamn und Sævelansvik vorbei, bevor man nach Kopervik kommt. Entlang dieser kurvigen Strecke liegen idyllische Sandstrände und malerische kleine Häfen.
Die letzte Etappe bis Haugesund geht an dem historischen Karmsundet vorbei, eines der meistbefahrenen Meeresstrecken an der norwegischen Küste. Ein historisch wichtiger Ort am Karmsund ist Avdalsnes, wo es empfehlenswert ist, der Olavskirche und dem Wikingerhof einen Besuch abzustatten. Auf der gleichen Höhe wie Avaldnes, aber auf der anderen Inselseite, liegt das Grubenmuseum von Visnes. In den Jahren vor 1900 lag hier die größte Kupfergrube Nord-Europas. Das Kupfer der Freiheitsstatue in New York kommt aus Visnes. Schließlich erreicht die Nordseestraße die Stadt Haugesund, und nach einem Besuch in der Stadt kann man ja eine Rundreise auf der Nordseestraße machen, indem man über Karmøy und Skudenes wieder nach Süden fährt und dabei vier Gemeinden von Haugalandet näher kennenlernt.

Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt!


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