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Datum::  Freitag, 31. Oktober 2008 - Freitag, 19. Dezember 2008
Kategorie::  Ausstellung

Auseinandersetzung mit der Veletzlichkeit

Die norwegische Künstlerin Vibeke Tandberg erforscht in einer Doppelausstellung die Themen Bloßstellung und Verletzlichkeit in den Galerien c/o Atle Gerhardsen und Galerie Klosterfelde.

Der Titel der beiden Ausstellungen ist “A Piece of Me”, ein Liedtitel von Britney Spears’ Album Blackout, in dem es um die Medien und um den Druck geht, den die Öffentlichkeit auf die Sängerin ausübt. Der Ausstellungstitel verweist nicht nur darauf, dass Britney Spears ein immer wiederkehrendes Motiv ist, sondern auch auf die Tatsache, dass Vibeke Tandberg selbst, wie so oft, auf den meisten der Arbeiten abgebildet ist.

Paparazzi-Tapete
Die zentrale Arbeit in der Galerie Klosterfelde ist eine Tapete, auf deren blumenartig-geometrischem Muster man bei genauerer Betrachtung ein immer wiederkehrendes Paparazzo-Photo von Britney Spears erkennen kann. Es zeigt diese, als sie weinend das Gericht verlässt, nachdem sie das Sorgerecht für ihre beiden Kinder verloren hat: die beiden Themen Bloßstellung und Verletzlichkeit stehen im Mittelpunkt - die Sängerin wird in ihrer Trauer um die verlorenen Kinder von den Medien bloßgestellt und ihr Leid der Welt rücksichtslos präsentiert.

Selbstinszenierung
Die großformatigen Collagearbeiten sind Selbstportraits von Tandberg mit blonder Perücke. Die Künstlerin greift stark in ihre Bilder ein, indem sie z.B. ihr eigenes Profil mit dem Profil einer alten Frau oder dem blutverschmierten Gesicht eines jungen Mannes austauscht. Wie schon bei der Britney Spears Tapetenarbeit geht es in den Collagen um die Aspekte Selbstinszenierung und Bloßstellung.
Den Mittelpunkt bei c/o – Atle Gerhardsen bildet der 16 mm Film Script for a film (2008). Dieser Film ist inspiriert von einer unrealisierten Sequenz aus Maya Derens Film At Land (1944).

Bekannt durch Fotocollagen
Vibeke Tandberg (geboren 1967) lebt und arbeitet in Oslo und Berlin. Sie wurde in den 1990er Jahren durch ihre digitalen Fotocollagen bekannt. Die digitale Bildbearbeitung eröffnet auf einfache Weise die Möglichkeit, den Wahrheitsanspruch der Fotografie in Frage zu stellen.
Neben den beiden parallel eröffnenden Einzelausstellungen bei c/o – Atle Gerhardsen und der Galerie Klosterfelde in Berlin sind die Arbeiten der Künstlerin zur Zeit auch in der Gruppenausstellung “Ich kann mir nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden”, Dekonstruktionen des Künstlermythos, im Hamburger Bahnhof, Berlin (3. Oktober – 22. Februar 2009) zu sehen. 

C/O - Atle Gerhardsen
Holzmarktstr. 15-18, Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11–18 Uhr

Galerie Klosterfelde
Zimmerstr. 90/91, Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11-18 Uhr

Mit ihren Bildern stellt Vibeke Tandberg den Wahrheitsanspruch der Fotografie in Frage, oft mittels verschiedenen Selbstinszenierungen, wie im diesen Bild. (Foto: © Vibeke Tandberg, Courtesy c/o-Atle Gerhardsen, Berlin und Klosterfelde, Berlin)


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