Liv Mette Larsen zeigt in der Galerie Kai Hilgemann die 2009/2010 entstandene Serie Berliner Blau – großformatige ganzfigurige Darstellungen im Wechsel mit monochrom gefüllten Farbfeldern, die mit kleinformatigen Bildtafeln und Aquarellen korrespondieren.
Berliner Blau - oder auch Eisenblau genannt, bezeichnet ein in der Berliner Alchimistenszene zu Beginn des 18. Jahrhunderts zufällig entdecktes blaues Pigment, dass aufgrund seiner hervorragenden Farbeigenschaften und des günstigen Beschaffungspreises (“weniger als den zehnten Teil des Ultramarin”) als Malerpigment eine schnelle Verwendung fand.
Der Titel der ausgestellten Serie verweist auf den vorherrschenden Gebrauch des anorganischen Pigments, dessen Farbstärke die Figuren und auch die monochromen Leinwände dominiert. Auf Konturen minimierte, monochrom ausgefüllte weibliche Figuren, die den Raum der ungrundiert erscheinenden Leinwand vollkommen beherrschen. Anonyme Portraits, deren Abbild auf die Linie und eine monochrome Farbgebung reduziert ist. Entschlossen und bewegt, vielleicht im Moment eines Aufbruchs in eine unbestimmte Ferne festgehalten, bestimmen die Frauenfiguren mit ihrer unmittelbaren, auratischen Präsenz und flüchtigen Eleganz die Bildkomposition.
Auch die monochrom gemalten Leinwände sind durch eine gleichmäßig intensive Farbgebung geprägt. Die Dichte des Farbauftrags lässt ein Flächenvolumen entstehen, das nur durch die Leinwandmaße eine Begrenzung erfährt.
Die kleinformatigen Leinwände und Aquarelle ergänzen, kommentieren und vermitteln spannungsvoll zwischen figurativen und abstrakt reduzierten Bildinhalten.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Petra Schmidt-Dreyblatt.
Eröffnung am Freitag, den 3.9.2010 von 18 - 21 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin.
Mehr Information über die Ausstellung finden Sie hier.