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Datum::  Samstag, 2. Juni 2012 12:00 - Sonntag, 5. August 2012 18:00
Ort:: Edvard-Munch-Haus Warnemünde

"Das kleine Haus" - Olav Christopher Jenssen in Warnemünde

E. Munchs Sommerhaus in Åsgaardstrand (Ausstellungsplakat). 
Foto: Olav Christopher Jenssen.E. Munchs Sommerhaus in Åsgaardstrand (Ausstellungsplakat). Foto: Olav Christopher Jenssen

Das Edvard-Munch-Haus Warnemünde zeigt vom 2. Juni bis zum 5. August 2012 eine Ausstellung des norwegischen Künstlers Olav Christopher Jenssen. Unter dem Titel "Das kleine Haus" präsentiert Jenssen Zeichnungen, die sehr konkret Bezug auf Edvard Munchs Sommerhaus in Åsgaardstrand nehmen, dass er in Begleitung seiner Tochter Selma seit 2007 drei Mal besuchte.

Das kleine Haus am Oslofjord, das Edvard Munch 1889 erstmals angemietet hatte und in dem er seitdem seine Sommermonate verbrachte, führte den Maler regelmäßig zurück in die norwegische Heimat , wurde sein Rückzugs- und Zufluchtsort. Hier gelang es dem hochsensiblen Künstler sich wenigstens zeitweise von den Strapazen seines exzessiven Lebens zu erholen.

Als Edvard Munch auf der Suche nach einem Ruheort an der deutschen Ostseeküste im Mai 1907 in Warnemünde ankam, ließ er seine Familie und Freunde sofort wissen, dass er ein deutsches „Åsgaardstrand“ gefunden hatte. In dem damals kleinen Ostseebad fühlte Munch sich deshalb schnell zu Hause und konnte eine seiner produktivsten Zeiten in Deutschland verbringen. “Ich denke jetzt hier lange in Ruhe zu bleiben – Eigentlich ist es erst jetzt mir gelungen so weit zu kommen dasz ich es machen kann – Dann hoffe ich die Nervenkrise überstanden zu haben – …- Ich habe hier jetzt eine reizend  klein Wohnung – lebe ganz regelmässig und arbeite überhaupt wenn es mir einfällt – Die kolossale Aufregungszustand war gewisz für meine geistige und künstlerische Thätigkeit sehr gut aber das Leben wurde zu einer Hölle…” schrieb Munch im Frühjahr 1908 an seinen Hamburger Freund und Förderer Gustav Schiefler. 

Das Warnemünder Refugium gewährte leider auch nur eine kurzzeitige Erholung - neue Streitigkeiten mit alten Freunden, Verfolgungsangst und Wahnvorstellungen machten ein konzentriertes Arbeiten und die seelische Genesung unmöglich. Anderthalb Jahre nach seiner hoffnungsvollen Ankunft erfolgte der Abschied aus dem “furchtbar bürgerlichen” Warnemünde abrupt: 12 Kisten, 5 Koffer und eine Rolle schickte sein Vermieter ihm ein halbes Jahr später nach Kopenhagen hinterher, verbunden mit der Hoffnung, ihn doch wieder in dem Ostseebad begrüßen zu können. “Sie werden fortleben in unserer Erinnerung und Andenken. Warnemünde verliert durch Sie einen zahlungskräftigen Einwohner und wir einen ehrenhaften Mieter…” versicherte der Kapitän Peter Voss dem rastlosen Maler.

Olav Christopher Jenssen auf Spurensuche in Åsgaardstrand

Olav Christopher Jenssen begab sich auf eine Spurensuche nach Åsgaardstrand und hat in den Dimensionen des historischen Hauses Zeichen des Alltäglichen aufgenommen. Mehr als einhundert Zeichnungen entstanden in den vergangenen Jahren, die Objekte aus Edvard Munchs Alltag, im Detail und fragmentiert kraftvoll festhalten. Olav Christopher Jenssen sammelt, bearbeitet und kombiniert Fragmente und Objektdetails auf dem Papier und  löst die Erinnerungsstücke damit aus ihrem räumlichen Kontext.  Sie bedürfen nicht mehr der Interaktion im historischen Raum und lassen sich als ein subjektiv zusammengetragenes Rauminventar lesen. Gleichwohl sind sie eine berührende künstlerische Reminiszenz an Edvard Munch.
 
Die Ausstellung wird von Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur a.D. und neuer Vorsitzender des Edvard-Munch-Haus e.V. am Samstag, den 2. Juni eröffnet und setzt die Tradition der deutsch-norwegischen Kunst- und Kulturbegegnungen im Edvard-Munch-Haus Warnemünde fort. In Kooperation mit der Städtischen Galerie Delmenhorst ist zur Ausstellung ein Künstlerbuch im Kleinheinrich Verlag Münster erschienen. 
 
Text: Petra Schmidt Dreyblatt, Edvard-Munch-Haus Warnemünde

Öffnungszeiten: Do. bis So. 12 – 18 Uhr
 



 
 


Adresse

Am Strom 53
18119 Warnemünde
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