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Datum::  Freitag, 13. Juli 2012 11:00 - Sonntag, 12. August 2012 11:00

«Die Irren sind los…» Fluxusereignisse in Europa 1962-1977

Christopher Nielsen führt Bengt af Klintbergs Concert for Two Heads of Lettuce (1963) auf. Henie Onstad Kunstsenter, Oktober 2010. 
Foto: Gunhild Varvin.Christopher Nielsen führt Bengt af Klintbergs Concert for Two Heads of Lettuce (1963) auf. Henie Onstad Kunstsenter, Oktober 2010. Foto: Gunhild Varvin

In der Akademie der Künste in Berlin wird im Juli der Blick auf eine aussergewöhnliche Zeit der Kunstgeschichte geworfen. Die Konzepte der Fluxusfestivals der 60er und 70er Jahre werden neu beleuchtet und diskutiert – auch das Publikum darf mitmachen.

„Die Irren sind los“ - ritzte ein Zuschauer im September 1962 in das Plakat des ersten Fluxus-Festivals in Wiesbaden. Der 50. Fluxus-Geburtstag 2012 ist Anlass eine neue Sichtweise auf die radikalen künstlerischen Aktionen zu präsentieren. Eine multimediale Ausstellungsinstallation dokumentiert die Fluxus-Ereignisse der 1960er und 70er Jahre und lädt zur aktiven Begegnung mit Künstlern, Zeitzeugen und Aktionen ein, die als Interviews, Filme, Klangbeispiele und Dokumente gezeigt werden. Sie ist im Sommer/Herbst 2012 in Berlin, Kopenhagen, Krakau, Paris, Poznań, Vilnius und anderen Orten zu sehen.

Ab 1962 wurde eine Reihe von Städten in ganz Europa Schauplatz von Fluxus-Ereignissen. Eine lose Formation junger Künstler wurde bekannt, als sie sich auf der Bühne die Haare rasierten, „eine Weile mit Butter und Eiern hantierten“, einen Konzertflügel zerlegten und laut kreischten. Ein Sturm der Entrüstung bei Publikum und Medien brach los: „Musik mit Ei“, „They hang up cabbage and say it’s art“, „Neueste Musik im Irrenhausstil“ – hiermit waren Aktionen von Eric Andersen, George Brecht, Philip Corner, Dick Higgins, Alison Knowles, George Maciunas, Nam June Paik, Ben Patterson, Mieko Shiomi, Ben Vautier, Emmett Williams und vielen anderen gemeint. Sie hatten es sich zum Ziel gemacht, die Grenzen der Kunst zu sprengen und den bürgerlichen Kunstbegriff zu überwinden.

Was bleibt von den revolutionären Aktionen der 1960er und 70er Jahre in der Gegenwart?

Während die noch aktiven Künstler sich bemühen, Fluxus-Ideen und Aktionen lebendig und inspirierend zu erhalten, versucht eine wachsende Zahl von Kunsthistorikern, Fluxus-Geschichte in ihrer Vielfalt zu erforschen. Dennoch ist das Wissen über die europäischen Fluxus-Ereignisse noch in rudimentärem Zustand. Daher ist es an der Zeit, in einer internationalen Kooperation Forschungsergebnisse zu bündeln, bislang unentdecktes Material zugänglich zu machen, und vor allem Künstlern und Zeitzeugen Gehör zu verschaffen.

Am 12. Juli 2012 um 18 Uhr eröffnet die Ausstellung mit Performances und do-it-yourself-Aktionen mit den Künstlern Eric Andersen, Jarosław Kozłowski, Ann Noël, Ben Patterson, Tamas St.Turba u.v.a. Mit Künstler-Performances, Vorträgen, thematischen Führungen. Die Besucher sind eingeladen selbst (Do-it-yourself!) Fluxus-Kompositionen aufzuführen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Adresse: Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
13. Juli – 12. August 2012, Di – So, 11:00 – 20:00, Eintritt € 5/3


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