Bergstraße – Rastplatz Liasanden
Sognefjell, Norwegen 1997
Für die Gestaltung dieses Rastplatzes untersuchten wir zunächst, ob es möglich wäre, die Licht- und Raumerfahrung im Wald und die bodennahe Vegetation zu erhalten. Als Standort für dieses Projekt empfahlen wir einen alten Kiefernwald neben der Autobahn. Der Rastplatz besteht aus einer neu angelegten, etwa 300 m langen und 3 bis 12 m breiten Nebenstraße, die sich durch den Kiefernwald schlängelt.
Dafür wurde eine Senke im Wald so weit wie nötig mit Schotter aufgefüllt. Es wurde weder gesprengt noch gegraben. Alle Eingriffe sind reine Hinzufügungen. Studien zeigten, dass es möglich wäre, die großen Kiefern zu erhalten, wenn man den Schotter vorsichtig und verschieden dicht gepackt anschüttete. So sind auch neun Jahre nach Fertigstellung der Straße noch alle Bäume vorhanden.
Der Schotter, ein Material ohne spezifische Form, wurde mit Löffelbaggern und Schaufeln vorsichtig bis auf die Höhe der Pflanzen und Steine angeschüttet. Die Oberfläche der Schotterfüllung muss nicht horizontal sein, sie kann sich den Umständen entsprechend heben und senken. Es musste lediglich die jeweils richtige Höhe der Schotterfüllung ermittelt werden, damit die ganze Anlage vom ersten Tag an mit den bestehenden Bäumen und Pflanzen einen “Garten“ bildete.
Das Konzept zwingt die Autos, um Bäume herumzufahren. Genaue Computerkarten der Topographie mit allen Baumpositionen halfen uns, mögliche Wege für die Autos zu identifizieren und sicherzustellen, dass alles durchgeführt werden konnte, ohne einen einzigen Baum zu fällen. Die Bäume, die mitten auf der „Straße“ stehen, sind von einer Schutzhülle umgeben, die sich jedem Baumumfang anpasst. Am Rand des Schotterweges liegen Buchten verschiedener Größe zwischen den Bäumen. Manche sind als Parkplatz, manche als Rastplatz geeignet.
Die Arbeitszeichnungen wurden unter Einsatz von 400 Holzpflöcken auf dem Gelände selbst angefertigt. Die Positionen der Pflöcke wurden vermessen und in die digitale Landkarte übertragen; auf dieser Basis entstand eine genaue Planzeichnung, mit der die benötigten Materialmengen berechnet werden konnten. Der ausführende Bauunternehmer aber orientierte sich lieber an den Pflöcken als an der Karte.
Die Form des Geländes bildet die unerlässliche Grundlage für den Entwurf und die dahinterstehende Idee. Ohne das besondere Gelände macht der Entwurf gar keinen Sinn – er zeigt nur eine Methode, die angewendet werden will.
Client: Straßenbauamt Planende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, Torunn Golberg, AnneLise Bjerkan Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Interconsult AS Jahr des Entwurfs: 1995 Gebaut: 1995 – 1997 Stand: Vollendet Fläche: 1.500 m2 Kosten: 0,4 Millionen Euro
Bergstraße – Videseter Geländer
Strynefjell, Norwegen 1997
Ein Aussichtspunkt am Rand des Abgrunds des Videseter Wasserfalls benötigte ein neues Geländer. Die alljährlichen Lawinen hatten das bestehende Geländer wiederholt beschädigt. Im Fels, auf dem sich der Aussichtspunkt befindet, waren vor langer Zeit Sprengungen durchgeführt worden, um den Zugang zu erleichtern.
Das Geländer besteht aus Stahlrohren mit 90 mm Durchmesser, die in Löcher gleicher Länge im Fels eingegossen sind. Mit Stahlplatten als horizontaler Verbindung ergeben sie eine äußerst stabile Form. Die Felsoberfläche der Plattform wurde mit Beton etwas „repariert“, aber nicht eingeebnet.
Die Handläufe an jeder Seite des Kliffs, die zum Wasserfall hinab führen, sind völlig anders gestaltet. Wir entwarfen drei verschiedene Geländerformen streng nach den Bauvorschriften und passten sie im Plan den Kurven des Geländes an. Dann gaben wir dem Schweißer ein paar einfache Richtlinien, anhand derer er das Geländer vor Ort bauen sollte. So sollen die Pfosten nicht näher als 0,6 m und nicht weiter als 1,5 m von einander entfernt stehen; sie sollen auf Steinen stehen; die Höhe der Pfosten soll 0,9 m betragen; die vertikalen Kurven des Geländers sollen den Kurven des Terrains entsprechen, auf dem es steht. Diese Richtlinien machten es – zusammen mit dem speziellen Arbeitsprozess – überflüssig, detaillierte Pläne für diese komplexen, dreidimensionalen Kurven zu zeichnen.
Die Kurven hätten möglicherweise gar nicht genau gezeichnet werden können; näherungsweise unter Verwendung einer hochentwickelten Technologie, falls diese uns hier zur Verfügung gestanden hätte. Eine große Zahl Zeichnungen, neue Programme und spezialisierte Architekten und Ingenieure wären nötig gewesen, um das Geländer zu planen und zu bauen. Es wäre wesentlich teurer geworden, und die Wahrscheinlichkeit, dass in dem komplizierten und unsicheren Prozess irgendetwas schief läuft, wäre viel größer gewesen.
Auftraggeber: Straßenbauamt Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, Torunn Golberg, AnneLise Bjerkan, Torstein Koch Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Dr. Techn. Kristoffer Apeland Jahr des Entwurfs: 1996 Gebaut: 1996 – 1997 Stand: Vollendet Fläche: 55 m2 Kosten:
0,05 Millionen Euro
Flughafenparkplatzgebäude – Wächterhäuser
Oslo Airport, Gardermoen, Norwegen 1998
Die beiden Wächterhäuser sind mit Personal besetzt und bieten zudem Warteräume für die Reisenden und die notwendigen Räume für die Arbeiter. Auf den Wächterhäusern und den Bushaltestellen befinden sich hohe weiße Glasaufsätze, die zur Orientierung dienen: Nachts verwandeln sich die 17 Gebäude in große Lichtobjekte, die den Reisenden zeigen, wo sie parken und wo sie den Bus erreichen können. Die Stahlkonstruktion im Inneren ist so gebaut, dass sie die größtmögliche Glasfläche für Text und Licht frei lässt; sie reicht ohne vertikale Verstrebungen bis zur Oberkante des Aufsatzes.
Auftraggeber: Oslo Airport Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, AnneLise Bjerkan, Torstein Koch Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Interconsult AS Jahr des Entwurfs: 1997 – 1998 Gebaut: 1998 Stand: Vollendet Fläche: 1.000 m2 Kosten: 3,0 Millionen Euro
Flughafenparkplatzgebäude – Bushaltestellen
Oslo Airport, Gardermoen, Norwegen 1998
Die Ausgangssituation: ein Parkplatz für etwa 6.000 Autos in der Nähe eines neuen Terminals des Osloer Flughafens. Vom und zum Terminal gibt es eine Busverbindung. Es sollten insgesamt 20 Gebäude entworfen werden, die sich in 3 Kategorien mit je 12 unterschiedlichen Versionen unterteilen. Die drei Kategorien sind:
Wächterhaus (2)
Dachkonstruktion (3)
Bushaltestelle (15)
Das offensichtlichste Problem für jeden Reisenden ist, sich in diesem „Automeer“ zurechtzufinden. Der Der Entwurf versucht daher, mit leuchtturmartigen Gebäuden die Orientierung zu erleichtern. Die obersten zwei Meter der 17 Gebäude bestehen aus von innen beleuchtetem, mattem Glas (und gelegentlich aus klarem Glas in der Richtung, in der sich kein Reisender befindet).
Auftraggeber: Oslo Airport Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, AnneLise Bjerkan, Torstein Koch Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Interconsult AS Jahr des Entwurfs: 1997 – 1998 Gebaut: 1998 Stand: Vollendet Fläche: 1000 m2 Kosten: 3,0 Millionen Euro
Flughafenparkplatzgebäude – Dachkonstruktionen
Oslo Airport, Gardermoen, Norwegen 1998
An der Ein- und Ausfahrt schützen Dächer die empfindlichen Ticket- und Sicherheitssysteme vor Regen und Schnee. Die Dächer bestehen aus 8 m langem und 120 x 120 mm starkem laminierten Fichtenholz.
Stabilität wird durch die Biegung und die Verflechtung der „Stämme“ gewährleistet. Dünnere, ebenfalls laminierte Teile tragen die Glasscheiben der Dachfläche. In der Länge schränkt der mindestens benötigte freie Raum für die durchfahrenden Autos und Busse die Struktur ein, nicht aber zu den Seiten hin. Diese Asymmetrie gab uns Gelegenheit herauszufinden, ob dasselbe Bauelement für beide freitragenden Konstruktionen geeignet sei. Dies gelang durch zwei verschiedene Verbindungen: In der einen Richtung wurden die „Stämme“ zusammengepresst und in eine S-Form gebogen, in der anderen mit den Dachbalken vernietet. Wegen der in ihr herrschenden Spannung benötigt die S-Kurve als freitragende Struktur in der Längsrichtung viel weniger Platz. Möglich wird sie aber erst durch die seitlich verlaufenden Dachbalken. Ein dünneres, ebenfalls laminiertes Gitter trägt die gläsernen Dachflächen.
Auftraggeber: Oslo Airport Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, AnneLise Bjerkan, Torstein Koch Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Interconsult AS Jahr des Entwurfs: 1997 – 1998 Gebaut: 1998 Stand: Vollendet Fläche: 1000 m2 Kosten: 3,0 Millionen Euro
Neues Kloster für die Zisterzienserinnen
Insel Tautra, Norwegen 2006
Das Kloster liegt auf der Insel Tautra im Fjord von Trondheim. Es handelt sich um ein neu errichtetes Gebäude für 18 Nonnen, das auch eine Kirche und alle Produktionsräume beinhaltet, die nötig sind, um den Lebensunterhalt zu verdienen.
Die Nonnen des Zisterzienserordens kommen aus vielen Ländern, hauptsächlich den USA, und sind durch die gemeinsame Vision verbunden, auf der Insel ein neues Konvent zu errichten. Hier gab es bereits vor 800 Jahren ein Zisterzienserkloster, von dem heute noch Überreste erhalten sind. Ein wichtiger Aspekt ist das zurückgezogene Leben der Nonnen. Das wirkt sich natürlich auf die Architektur aus. Eine unserer ersten Ideen war, ein niedriges Gebäude mit einigen Gärten im Inneren zu bauen, das sowohl Licht hinein lässt als auch ein Gefühl der Abgeschiedenheit vermittelt, und zugleich die Aussicht auf den wunderbaren Fjord zu ermöglichen, z.B. im Refektorium, dem Speisesaal, in dem alle Nonnen an derselben Seite des Tisches sitzen und schweigend durch die Glaswand auf den Fjord und die gegenüberliegenden Berge schauen. Das ursprüngliche Raumprogramm wurde um circa 30 % reduziert, indem fast alle Korridore eliminiert wurden. Dies war möglich, nachdem wir analysiert hatten, wie das Kloster funktioniert. In den Haupträumen halten sich die Nonnen immer gemeinsam auf. Das bedeutet, dass diese Räume auch als Korridore und Verkehrswege dienen können. Die meisten Räume kommen nur einmal vor und sind sehr spezifisch eingerichtet. Die Architektur der Räume muss daher anpassungsfähig sein und immer genug Tageslicht hereinlassen. Die Lösung besteht aus Räumen verschiedener Größe, die in den Ecken miteinander verbunden und um insgesamt 7 Gärten gelagert sind. Die Nonnen waren sehr aktive Auftraggeber, die die Landschaftsgestaltung und Abzäunung außerhalb des Konvents sowie die Gärten im Inneren mit Hilfe von Fachleuten aus der örtlichen Gemeinde selbst planten.
Das Gebäude ist aus 215 x 215 mm starken, laminierten Fichtenholzbalken aufgebaut. Damit ist es möglich, alle Wände zu rahmen und alle Ecken organisch mit einem Balken abzudecken. Dies ist besonders wichtig in einem Gebäude, das so viele Ecken aufweist. Kein Raum weist die gleichen Maße auf, mit Ausnahme der Zellen. Die Abstände zwischen den senkrechten Balken erlauben es, die Größe der Räume ihrer Funktion anzupassen. Daraus hat sich ein ziemlich komplexer Grundriss entwickelt. Er ist völlig rechteckig, muss aber die Ecklösungen nutzen, die durch das Holzgerüst vorgegeben sind. Die Windsicherung folgt einer einfachen Regel. Wo der Ingenieur eine Sicherung haben wollte, zogen wir eine Verbindung vom Boden bis zu Dach ein. Durch die verschiedenen Dimensionen der Wände entstehen verschiedene Winkel der Sicherung, die immer sichtbar bleibt, da sie dieselbe Stärke wie die vertikalen Balken hat. Wir diskutierten, ob diese Balken unterschiedliche Stärken haben sollten, da einige von ihnen offensichtlich dicker waren als nötig. Dies hätte aber die Flexibilität der Raumaufteilung eingeschränkt und zugleich viele neue Gestaltungsvarianten eingeführt. Schließlich wäre es auch noch teurer geworden, wie der Bauunternehmer versicherte. So bestimmte schließlich die Dicke der Mauer den Umfang der Balken. An einigen Stellen reicht das nicht aus und wir mussten stärkere Balken verwenden, aber nur in einer Richtung, und so folgten wir der tektonischen Logik des Entwurfs.
Wir diskutierten auch, ob die Balken an der Außenseite Wind und Wetter ausgesetzt werden sollten. Das ist aber nicht sehr sinnvoll, wenn die Balken halten sollen, und so suchten wir nach einem Material, dass als Regenhaut dienen konnte und zugleich kaum Gewicht mitbrachte. Wir fanden einen Schiefer und, nach einer langen Diskussion mit dem Steinbruch, auch die sparsamste Methode, das Rohmaterial zu bekommen. Am günstigsten war es, nur eine Größe zu verwenden, weil die Steinsäge dann fest eingestellt werden konnte, und flexibel bezüglich der Menge zu bleiben, die sich aus der Größe des jeweiligen Steinblocks ergab. Das waren wichtige Erkenntnisse, denn das Budget des Klosters war relativ klein. Die Fenster in der Außenwand folgen der geometrischen Logik der Verschalung; sie sind in der Höhe begrenzt, können aber jede Breite einnehmen.
Auftraggeber: Zisterzienserinnen, Kloster Tautra Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, Torstein Koch, Torunn Golberg, Martin Draleke, Aslak Hanshuus, Kaja Poulsen, Siri Moseng, AnneLise Bjerkan Landschaftsarchitekt: die Nonnen und örtliche Fachleute Statische Beratung: Dr. Techn. Kristoffer Apeland AS Jahr des Entwurfs: 2003 – 2004 Gebaut: 2004 – 2006 Stand: Vollendet Fläche: 2.000 m2 Kosten: 6,0 Millionen Euro
Mortensrud Kirche
Oslo, Norwegen 1998
Die Kirche liegt auf einer mit großen Kiefern und Felsgestein bedeckten Anhöhe. Sie ist lediglich Zusatz zu dem vorhandenen Grund – keine Sprengung oder Ausschachtung war nötig, nur eine dünnen Bodenschicht musste entfernt werden.
So konnte die vorhandene Vegetation und Topographie erhalten und damit für das Gebäude eine zusätzliche Erfahrungsdimension gewonnen werden: Einige Bäume blieben im Atrium stehen; einige Felsformationen tauchen wie Inseln aus dem Betonboden der Kirche auf. Man könnte auch sagen, dass die Kirche aus den Elementen herauswächst, die auf dem Grundstück vorgefunden wurden. Möglich war dies, weil die Abmessungen der Räume nicht vorgegeben waren. Auch bei der Anlage der Gärten ging man nicht schematisch vor; vielmehr wurden die Materialien und Strukturen so gewählt, dass man ohne Stufen und Bauelemente auskam.
Aus der Reibung zwischen dem Wunsch, einen stillen, auf sich selbst verweisenden Raum zu schaffen, und den verschiedenen Hindernissen, die diesem Wunsch entgegen stehen, entstand die Strategie, mit architektonischen Mitteln einen Prozess zu „stören“, an dem eine große Anzahl von Menschen und Interessen beteiligt waren und der andernfalls stark mit konventionellen und anderen historischen Bezügen befrachtet worden wäre.
Die tragende Struktur bildet ein Stahlgerüst, in dem eine Wand aus geschichteten Steinen eingebettet ist. 90 – 160 cm von der Steinwand entfernt schafft eine Glasfassade eine schmale Galerie um den Kirchenraum herum. Die Steinwand ist ohne Mörtel aufgeschichtet und daher lichtdurchlässig. Sie hat je eine ebene und eine unebene Seite. Die unebene Fläche ist auf drei Seiten der Kirche von außen durch die Glasfassade zu sehen. Die Steinwand wird horizontal durch Stahlplatten (4 mm x 250 mm) verstärkt, die zwischen den Säulen in je einem Meter Abstand eingebaut sind. Die Glasfassaden werden durch Stahlschienen verstärkt, die in die vertikalen Verbindungen zwischen den Glasscheiben montiert und mit der horizontalen Stahlkrone in der Steinwand verbunden sind.
Um dieses Gebäude zu realisieren, mussten wir jede nur denkbare Möglichkeit nutzen, aus weniger mehr zu machen, denn das Budget war sehr knapp – der Quadratmeterpreis entsprach dem einer Sozialwohnung in Oslo. Es gelang, indem wir für Fassaden, tragende Strukturen, Wände, Fußböden usw. keine konventionellen „Marken“-Lösungen verwendeten. Stattdessen nutzten wir sehr einfache Methoden und Techniken, und sahen zu unserem Erstaunen wieder und wieder, dass diese nicht nur günstiger waren, sondern uns auch eine viel größere gestalterische Freiheit gaben.
Die fragmentierte Form, die schließlich im Rahmen der Gegebenheiten umgesetzt werden konnte, erweist sich als so komplex, dass es völlig unmöglich ist, das ganze Gebäude oder das Innere mit einem Foto zu erfassen.
Auftraggeber: Stadt Oslo Planende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, Torunn Golberg, AnneLise Bjerkan, Torstein Koch, Siri Moseng, Einar Malmquist Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Interconsult AS Jahr des Entwurfs: 1998 – 2000 Gebaut: 2000 – 2002 Stand: Vollendet Fläche: 2.200 m2 Kosten: 5,0 Millionen Euro
Garage
Fredrikstad, Norwegen 1989
Diese Garage wurde für einen 42 Tonnen schweren Gabelstapler gebaut, der Container von Lastwagen auf Eisenbahnwaggons hebt und umgekehrt. Neben den besonderen Abmessungen musste auch Platz an beiden Seiten des Gabelstaplers eingeplant werden, um Wartung und kleinere Reparaturen zu ermöglichen.
Die geschwungene Umfassungsmauer ist mit Fichtenplatten bedeckt, die sich um drei Pfeiler herumbiegen und damit einen weiche Krümmung erhalten. Da die Platten unter Spannung stehen, kann die Entfernung zwischen den Pfeilern drei- bis viermal größer sein als bei normalen, flachen Wänden. Das gleiche Prinzip wurde bei den Schwebetüren verwendet, um das Gewicht soweit wie möglich zu reduzieren. Der Stahl ist galvanisiert, die Fichte außen mit Teer behandelt. Das Oberlicht besteht aus Plastikflächen auf Holzprofilen.
Die Garage befindet sich zwischen zwei Siedlungen in einer völlig durchgestalteten Umgebung. Hier ist jeder Stein umgedreht und jeder Baum eigens gepflanzt worden. Hier existiert keine „unerlaubte“ Gefahr mehr. Dem Architekten machte es deshalb Spaß, ein Gebäude zu entwerfen, das geheimnisvoll und gefährlich wirkt. So entstand ein verschwiegenes Haus, an dem nichts auf seinen Zweck verweist, und das so der Gegend etwas gibt, was ihr sonst vielleicht fehlt.
Auftraggeber: Norwegische Staatsbahn Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (NSB Arkitektkontor) Landschaftsarchitekt: der Architekt Statische Beratung: Dr. Techn. Kristoffer Apeland AS Jahr des Entwurfs:
1987 - 1988 Gebaut: 1988 - 1989 Stand: Vollendet Fläche: 300 m2 Kosten: 0,3 Millionen Euro
Landschaftshotel Gudbrandsjuvet. Foto: JSA
Gudbrandsjuvet Landschaftshotel
Burtigard, Gudbrandsjuvet, Norwegen 2008
Ein Anwohner von Gudbrandsjuvet, Knut Slinning, ließ sich ein Landschaftshotel bauen. Die Idee stammt aus einer anderen Gegend, konnte dort aber nicht realisiert werden.
Im Prinzip bildet jedes Zimmer ein kleines, autonomes Haus mit einer, manchmal zwei Glaswänden. Die Landschaft, in der sich diese Räume befinden, wird von den meisten Menschen als überwältigend schön und abwechslungsreich empfunden. Die Topographie macht es möglich, dass man aus keinem Zimmer in ein anderes Zimmer blicken kann. Auf diese Weise bietet jedes Zimmer einen ganz eigenen Ausblick auf ein spektakuläres Stück Landschaft, das sich mit dem Wetter, der Tages- und der Jahreszeit verändert.
Auftraggeber: Knut Slinning Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, Torunn Golberg Helge Lunder, Torstein Koch; Thomas Knigge Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Siv. Ing. Finn Erik Nilsen Jahr des Entwurfs: 2004 - 2007 Gebaut: 2007 - 2008 Stand: Vollendet Fläche: 800 m2 Kosten: 1 Million Euro
Gudbrandsjuvet Aussichtsplattformen & Brücken
Gudbrandsjuvet, Norwegen 2008
Die größte Plattform besteht aus 25 mm dicken, lasergeschnittenen Stahlplatten; sie ist wie eine Brücke an jedem Ende aufgehängt und läuft freischwebend um den Fels herum. Das Geländer weist eine Geometrie auf, die es möglich macht, dass es sich kontinuierlich fortsetzt und gleichwohl die unterschiedlichen Sicherheitsbedingungen der verschiedenen Abschnitte erfüllt. Die große, nach innen gerichtete Krümmung erlaubt es den Touristen, sich ohne Risiko über die tödlichen Wasser zu beugen. Die Brücken bestehen aus verschiedenen, zur jeweiligen Umgebung passenden Materialien. Für die Aussichtsplattform beim Parkplatz wurden Betonfertigteilen verwendet, die an den Enden verbunden sind und sich wie eine Fahrradkette um die Formen des Geländes legen. Dies war hier die beste Lösung, denn Auslegefertigteile hatten offensichtliche finanzielle und praktische Vorteile. Ein ähnliches Gestaltungskonzept wurde für das Service-Center verfolgt.
Auftraggeber: Straßenbauamt Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, Torunn Golberg, Torstein Koch, AnneLise Bjerkan, Sigrid Moldestad Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Siv. Ing. Finn Erik Nilsen Jahr des Entwurfs: 2004 – 2006 Gebaut: 2006 - 2007 Stand: Vollendet Fläche: 350 m2 Kosten:
1 Million Euro
Ropeid Fährterminal
Ropeid, Norway 2003
In diesem Gelände war nicht genug Platz für den Bau eines konventionellen Terminals. Das neue Terminal wurde deshalb direkt an der Felswand in einem sehr schmalen Gebäude untergebracht. Die Felswand ist in den klimatisierten Raum integriert. Ein Schnitt mit einer Diamantsäge in den Granit machte es möglich, den Spalt zwischen Felsen und Terminaldach mit einem Glasdach zu überbrücken. Das gesamte Gebäude besteht aus Stahlteilen, die in einer Werft hergestellt wurden. Die Glaswand ist direkt in das horizontale Profil der Dachkonstruktion und in das entsprechende Profil im Boden eingelassen; dadurch wurden die üblichen Fensterrahmen überflüssig.
Auftraggeber: Straßenbauamt Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen (pl), Børre Skodvin, Torunn Golberg, Torstein Koch Landschaftsarchitekt: Jensen & Skodvin Statische Beratung: Multiconsult AS Jahr des Entwurfs: 2001 – 2003 Gebaut: 2003 Stand: Vollendet Fläche: 200 m2 Kosten: 0,5 Millionen Euro
U-Bahn-Station Storo
Oslo, Norwegen 2003
Diese neue U-Bahn-Station gehört zur ebenfalls neuen Osloer Ringlinie. Sie liegt an einer Stelle der Stadt, an der visuelles Chaos herrscht. Die Hauptaufgabe ist daher, den Reisenden einen Orientierungspunkt zu bieten.
Die Lösung besteht im Wesentlichen aus der Verwendung einer neuen visuellen Sprache, insbesondere in der Dachstruktur, die zu einem großen, dreidimensionalen, transparenten Kunstwerk wird. Alle Glasflächen sind von Hilmar Fredriksen gestaltet und nach dem Zufallsprinzip zusammengesetzt. Das Ergebnis ist ein urbanes Element (Dach), das Aufmerksamkeit erregt, weil es eine andere visuelle Sprache spricht, und das zugleich alle Erfordernisse der Station erfüllt. Man könnte sagen, dass das Gebäude sowohl eine Station als auch eine Kunstgalerie ist.
Auftraggeber: Oslo Metro Planende Architekten JSA: Børre Skodvin (pl), Jan Olav Jensen, Torstein Koch, Siri Moseng Landschaftsarchitekten: Bjørbekk & Lindheim Statische Beratung: Norconsult AS Jahr des Entwurfs: 1996 – 1997 Gebaut: 2001 – 2003 Stand: Vollendet Fläche: 3.000 m2 Kosten: 4,0 Millionen Euro
Thermalbad, Therapiezentrum und Hotel
Bad Gleichenberg, Austria 2008
Das Ensemble liegt in einem historischen Kurpark und besteht aus dem Kurhaus mit etwa 50 verschiedenen Räumen für medizinische Anwendungen, einem 4-Sterne-Hotel mit mehreren Restaurants und Cafés sowie einem Thermalbad für die Patienten und andere Gäste.
Die Wartebereiche für die Patienten liegen im Zentrum der Behandlungsräume und jeweils um einen Innenhof herum, sodass Tageslicht hereinströmt und die Patienten den Eindruck haben, sie würden draußen im Park warten. Eine Behandlung kann einige Tage in Anspruch nehmen und aus einer Reihe verschiedener Anwendungen bestehen, wie unterschiedlichen Massagen und Bädern in kleineren Behandlungsräumen, ein Besuch in der Kältekammer, wo Minus 110 °C herrschen, usw. Ein Hauptanliegen der Architekten war es, die Architektur zu ent-institutionalisieren, d.h. das Gebäude so wenig wie möglich nach Krankenhaus aussehen zu lassen. Mit der Inneneinrichtung war eine Werbeagentur beauftragt.
Auftraggeber: HCC/Kappa Plannende Architekten JSA: Jan Olav Jensen(pl), Børre Skodvin (pl), Ane Forfang, Carl Patrik Larsson, Helge Lunder, Minna Riska, Dagfinn Sagen, Thomas Knigge, Torunn Golberg, Torstein Koch, AnneLise Bjerkan Örtlicher Architekt: Domenig Wallner, Graz Landschaftsarchitekt: Kim Wilkie Branding/Inneneinrichtung: C Satek Statische Beratung: Vatter Gmbh Jahr des Entwurfs: 2005-2007 Gebaut: 2005-2007 Stand: Vollendet
Fläche: 17.500 m2 Kosten: 25 Millionen Euro
Hafenentwicklung Filipstad
Filipstad, Oslo, Norwegen 2005
Dieser Entwurf war ein Beitrag in einem begrenzten Wettbewerb zur Neugestaltung von Filipstad, einem ehemaligen Industriegebiet mit etwa 350.000 m2 brachliegender Fläche in der Nähe des Stadtzentrums von Oslo.
Mit dem Entwurf wollten wir zeigen, dass die wertvolle Küstenlinie der Stadt um fast 10 km ausgedehnt werden kann, indem Kanäle gezogen und Hausboote eingesetzt werden. Die Küstenlinie innerhalb des Zentrums von Oslo ist 70 km lang; circa 65 % davon ist in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich. Die neuen 10 km Küste würden öffentlich sein und das Entwicklungsgebiet damit enorm aufwerten. Wir haben verschiedene Haustypen vorgeschlagen, von Reihenhäusern bis zu kleinen Türmen. Jedes Haus hätte direkten Zugang zu einem eigenen Bootsanlegeplatz.
Auftraggeber: Hafenbehörde Oslo, ROM Eiendom Planende Architekten JSA: Jan Olav Jensen, Børre Skodvin, Rickard Riesenfeld, Helge Lunder, Minna Riska, Dagfinn Sagen, in Zusammenarbeit mit Arne Henriksen Arkitekter Landschaftsarchitekt: Dronninga Landskap Jahr des Entwurfs: 2005 Stand: Einer von drei Preisträgern des Wettbewerbs Fläche: 850.000 m2 Kosten: …. Millionen Euro
Schwimmender Park in Filipstad
Filipstad, Oslo, Norwegen 2011
Dieser Entwurf versucht ein Problem zu lösen, das vielen wachsenden Städten am Meer gemeinsam ist: Die Flächen für Parks und öffentliche Bereiche im Stadtzentrum schrumpfen, weil die Immobilienpreise steigen.
Das Projekt wurde von der Osloer Hafenbehörde initiiert. Das wichtigste Ziel war, einen neuen, großen, öffentlichen Park in der Nähe des Stadtzentrums zu schaffen, und das in der möglichst spektakulärsten Lage. Wir haben einen schwimmenden Park vorgeschlagen, der sich aus verschiedenen genormten Modulen zusammensetzt und eine Technik nutzt, die aus der Ölförderung in der Nordsee bekannt ist. Es wäre der größte öffentliche Park in Oslo, seit in den 1930er Jahren ”Frogner Parken” mit den Skulpturen von Gustav Vigeland angelegt wurde.
Auftraggeber: Hafenbehörde Oslo, ROM Eiendom Planende Architekten JSA: Jan Olav Jensen, Børre Skodvin, Rickard Riesenfeld, Helge Lunder, Minna Riska, Dagfinn Sagen, in Zusammenarbeit mit Arne Henriksen Arkitekter Landschaftsarchitekt: Dronninga Landskap Statische Beratung: Dr. Techn. Aas-Jakobsen AS, Sintef Jahr des Entwurfs: 2005-2006 Gebaut: 2007-2011 Stand: in der Genehmigungsphase Fläche: 80.000 m2 Kosten:
25 Millionen Euro