Nielsen. 
Foto: SC Freiburg.Nielsen. Foto: SC Freiburg

„Ich war zu nett“ – Nationalspieler Håvard Nielsen über sein Leben in der Bundesliga

Der Nächste in unserer Reihe über norwegische Fußballer in Deutschland ist der Bundesligist Håvard Nielsen, der über das Leben als Fußballprofi spricht und darüber, wie es ist, in Deutschland zu leben.

Nach seinem Wechsel vom norwegischen Vålerenga nach Österreich zu Red Bull Salzburg kam Nielsen nach Deutschland zum SC Freiburg. „Der Wechsel von Norwegen nach Österreich war eigentlich ein größerer Schritt, auch wenn der Wechsel von Österreich zum deutschen Fußball auch noch mal ein ziemlich großer Schritt war. Man trainiert häufiger und länger in Deutschland. Gleichzeitig ist das Niveau hier höher, die sind alle sehr gut, sowohl mit dem Ball als auch technisch und was das Tempo angeht.“

„Mein Eindruck ist, dass hier alles ernsthafter betrieben wird als woanders. Man trainiert mehr, gründlicher und sorgfältiger. Das ist wirklich um einiges mehr als ich es von früher gewohnt bin“, sagt Håvard Nielsen über seinen Wechsel zum deutschen Fußball.

Verletzungen

Die vergangenen Jahre sind für den 23-jährigen Norweger nicht ganz problemlos verlaufen: „Ich war sehr oft verletzt und hatte eigentlich schon seit meiner Zeit vor anderthalb Jahren in Braunschweig eine Menge kleinere Verletzungen. Seit ich vor fast einem Jahr nach Freiburg gekommen bin, gab es auch immer wieder Probleme. Aber glücklicherweise geht es mir jetzt wieder gut. Ich hoffe, dass ich mich auch weiterhin gut fühle und dass ich eine Weile ohne Verletzungen auskomme.“

 

„Ich hoffe und glaube, dass ich viel spielen kann, wenn ich wieder in Form bin. Gleichzeitig haben wir eine sehr gute Mannschaft, die einen guten Saisonstart hingelegt hat. Die Stürmer waren ziemlich gut, es wird also nicht leicht, da reinzukommen.“ Nielsen ist ein flexibler Spieler, der an der Sturmspitze ebenso gut spielen kann wie an den Flügeln. An der Spitze fühlt er sich aber am wohlsten, erzählt er.

Braunschweig und Freiburg

2014 und 2015 wurde Nielsen an Eintracht Braunschweig ausgeliehen. Er erzählt, dass es ihm in Braunschweig und Freiburg gleichermaßen gut gefällt: „Ich finde, es sind recht ähnliche Städte. Sie haben beide etwas mehr als 200 000 Einwohner und in beiden gibt es einige schöne, gemütliche Cafés und Restaurants.“

„Was die Vereine angeht, sind die Freiburger vielleicht ein bisschen professioneller als die Braunschweiger. Zum Beispiel essen wir hier gemeinsam Frühstück und Mittagessen nach dem Training, solche Sachen eben, die wirklich ziemlich wichtig sind.“

„Den Trainer (Christian Streich, Anm. d. Red.) halte ich für sehr fähig. Er ist taktisch sehr gut und im Fußballmilieu bekannt. Er zeigt seine Gefühle und ist ein lustiger Typ, den sehr viele mögen. Auch Fans von anderen Mannschaften mögen ihn! Und er liebt Fußball, das merkt man ihm sehr deutlich an.“

Deutschkenntnisse

Nach vier Jahren in Österreich und Deutschland sind Nielsens Deutschkenntnisse inzwischen gefestigt: „Mein Deutsch ist mittlerweile ganz in Ordnung. Grammatisch bin ich wohl immer noch ein bisschen nachlässig, es ist ja nicht so leicht, aber ansonsten sitzt mein Deutsch langsam ganz gut. Ich kann mich auf jeden Fall verständlich machen, mehr oder weniger. In Österreich war ja ein bisschen mehr Dialekt dabei, mehr Österreichisch. Das ging auch, aber wenn jemand schnell und mit Akzent gesprochen hat, bin ich nicht immer mitgekommen.“

„Zwischen Norwegen und Deutschland gibt es eigentlich nicht so riesengroße Unterschiede“, sagt Nielsen, nachdem er kurz überlegt. „Aber es gibt natürlich schon eine Menge typisch deutsches Essen jetzt, Bratwurst mit Kartoffeln und solche Sachen, die ich richtig gerne mag“, erzählt er.

Stärken und Schwächen

Wir haben Nielsen auch nach seinen Schwächen und Stärken auf dem Spielfeld gefragt:

„Ich muss ein bisschen daran arbeiten, mich öfter in gefährlichen Situationen zu begeben. Ich bin ein Spieler, der immer ein bisschen zu nett war. Als Gegner bin ich nicht fies genug gewesen. Ich muss meinen Gegenspielern ein bisschen mehr auf die Füße treten.“

„Mein Tempo und meine Abschlüsse sind gut, mit beiden Beinen. Außerdem besitze ich eine gewisse Fußball-Klugheit, was auch ganz praktisch ist“, beschreibt er seine starken Seiten.

„Ich versuche, gut zu trainieren und so schnell wie möglich wieder in Form zu kommen. Ich werde aufpassen, dass ich verletzungsfrei bleibe, und auf jeden Fall nach Weihnachten das Training steigern, so habe ich vielleicht die Möglichkeit, mich wieder in die Startelf hineinzuspielen“, resümiert Nielsen.

Fakten über Håvard Nielsen:

Geboren: 15. Juli 1993 in Oslo

Größe: 1,87 m

Position: Sturmspitze/Flügel

Aktueller Verein: SC Freiburg (seit Januar 2016), 7 Spiele

Frühere Vereine:

Red Bull Salzburg (2012–2015), 55 Spiele, 5 Tore, 7 Torvorlagen

Eintracht Braunschweig (2014–2015, ausgeliehen), 48 Spiele, 12 Tore, 3 Torvorlagen

Våleranga IF (2011–2012), 52 Spiele, 10 Tore, 4 Torvorlagen

Erfolge:

Österreichischer Liga-Titel 2013/2014 und 2015/2016

Österreichischer Pokalsieg 2013/2014 und 2015/2016

Liga-Titel der 2. Bundesliga 2015/2016


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