Fotoausstellung: Die norwegische Künstlerin Vibeke Tandberg beschreibt Themen wie Identität und Geschlechtsrollen mit ihrer Kamera. Am 15. januar wird ihre Ausstellung in Berlin eröffnet.
In ihrer vierten Einzelausstellung mit der Galerie c/o – Atle Gerhardsen setzt sich die Norwegerin mit den Veränderungen ihres Körpers und ihrer Lebenssituation während der Schwangerschaft auseinander.
Die Serie Undo besteht aus sieben Selbstportraits, die in den letzten Wochen der Schwangerschaft entstanden sind. Durch Computermontage hat Vibeke Tandberg ihre Körperhaltung ins Unnatürliche übersteigert. Ihre Gliedmaßen sind stark verdreht, deformiert oder verkürzt wiedergegeben.
Die fünfteilige Serie Old Man Going Up and Down a Staircase zeigt Vibeke Tandberg, als alten Mann verkleidet, die Stufen eines Treppenhauses auf- und abgehend.
Das Thema Bewegung steht im Mittelpunkt beider Serien. Die Beweglichkeit ihres schwangeren Körpers setzt sie mit der Schwerfälligkeit eines alten Mannes gleich und imitiert diese spielerisch.
Redo – Vibeke Tandberg heftet sorgfältig grüne Blätter an einen kleinen Busch in Norwegen. Im Hintergrund tönen Vogelstimmen. Durch das rückläufige Abspielen des Videos bekommt die Handlung eine neue Bedeutung. Das Anheften der Blätter an einen Busch scheint den Frühlingsbeginn erzwingen zu wollen und das Eingreifen in den natürlichen Prozess zu symbolisieren. Ursprünglich politischen Ursprungs entstand die Idee einen „Busch zu produzieren“ als direkte Referenz auf George Busch: „...die Handlung ist völlig nutzlos, ohne Effekt auf irgendetwas. Die gleiche Nutzlosigkeit die man als einzelnes Individuum in einer Welt der Supermächte empfinden kann.“ (Vibeke Tandberg)
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