„In 2008 wird es zum ersten Mal mehr Menschen in Städten als im ländlichen Raum auf der Erde geben.“ Dieser Satz bildet den Hintergrund für die Ausstellung „The Places We Live“, die das Leben der Menschen in unterschiedlichen Slums der Welt zeigt. Jonas Bendiksen vermittelt uns Milieuschilderungen aus vier verschiedenen Städten: Nairobi/Kenia, Mumbai/Indien, Jakarta/Indonesien und Caracas/Venezuela. Der Fotograf bringt nicht unbedingt nur negative Konnotationen in seinen Bildern, die er aufgenommen hat, hervor. Er schildert vielmehr die Geschichten und die Lebensweise der Menschen auf eine lyrische Weise, und sieht Perspektiven, die nicht alle Menschen mit bloβen Augen sehen können.
Jonas Bendiksen ist der einzige Fotograf aus den nordischen Ländern, der für die legendäre Agentur und das Fotokollektiv „Magnum“ arbeitet. Nur 19 Jahre alt, fing er als Praktikant in der Londonabteilung der Magnumagentur an. In 2004 erhielt er den Titel „Nominee“ (eine Art Probemitglied), und arbeitete hart bis er in 2008 als vollwertiges Mitglied angenommen wurde.
Bereits mit Anfang 20 Jahren fuhr er in die ehemalige Sowjetunion. Sieben Jahre später erschien sein erstes Fotobuch „Satellites“. Eine fantastische Reise durch weit entfernt liegende Städte der alten Sowjetunion. In dem Buch dokumentiert Bendiksen wie der Verfall in diesen Städten immer noch und vielleicht eben auch stärker vom ehemaligen Sowjetregime geprägt ist. Die Bilder entsprechen den merkwürdigen Schicksalen der Menschen dieser Länder; viele haben blutige Bürgerkriege erlebt, andere leben in totaler Isolation, während einige Gesellschaften eine besondere Art von Kapitalismus eingeführt haben.
Foto: Nina Hansen / Nobels Fredssenter
„The Places We Live“ ist eine Weiterführung des Themas peripherer Plätze und Situationen von „Satellites“. Die Ausstellung des Norwegers zeigt Werke des zweiten groβen Fotoprojekts und seines Buches. Bendiksen schafft es immer wieder, die oft harte Wirklichkeit auf eine besondere und neue Art und Weise darzustellen. Die Ausstellung unterscheidet sich vom Buch, indem sie nicht nur aus Bildern besteht, sondern auch aus Filmprojektionen und Tonaufnahmen. Er hat die Bilder zwischen 2005 und 2007 aufgenommen.
Die Ausstellung wird von Nobel Peace Center in Oslo und Canon unterstützt.