Der norwegische Regisseur Alexander Mørk-Eidem gibt mit der Premiere von "Orlando" sein Debüt an der Komischen Oper Berlin.
Dass uns die Liebe in den Wahnsinn treiben kann, ist nicht nur eine flotte Floskel – das weiß jeder, der Liebe schon einmal gewagt hat. Gemeint ist nicht die praktikable Liebe zum aktuellen Lebensabschnittspartner, noch die küchenpsychologisch untermauerte Auseinandersetzung im Beziehungsalltag, sondern die Liebe als Verhängnis, der man rettungslos ausgeliefert ist, für die man jegliche Grenze überschreiten muss.
Der Ritter Orlando hat sich unsterblich in die Königin Angelica verliebt und darüber seine Heldenlaufbahn vergessen. Angelica allerdings liebt Medoro, den sie all ihren hochgestellten Verehrern vorzieht und heiraten möchte. An Medoro wiederum verzweifelt die Schäferin Dorinda, nachdem er sich zugunsten von Angelica von ihr abgewandt hat. Als Orlando nach etlichen Missverständnissen und Verwirrungen seine aussichtslose (Liebes-)Lage erkennt, will er sich – rasend vor Eifersucht – an Angelica rächen. Sein Plan schlägt fehl und er verfällt dem Wahnsinn, indem er sich einbildet, die treulose Geliebte bis in die Unterwelt hinab zu verfolgen. Wer weiß, wo all dies enden würde, wenn nicht der Magier Zarathustra immer wieder helfend eingriffe. Denn von Beginn an verfolgt Zarathustra, für Vernunft und maßvolle Gefühle plädierend, nur ein Ziel: Orlando von seinem Liebeswahn zu heilen und wieder auf seine Kriegerkarriere zurückzuführen.
An der Komischen Oper Berlin inszeniert der norwegische Theaterregisseur Alexander Mørk-Eidem in der Spielzeit 2009/10 mit Händels Opera seria »Orlando« von 1733 zum ersten Mal im Bereich des Musiktheaters.
Nach Umwegen über Jura, Geschichte und Medienwissenschaft absolvierte Mørk-Eidem sein Regiestudium an der Staatlichen Theaterhochschule in Oslo. Seit 1998 ist er als Theaterregisseur auch über die Grenzen Norwegens hinaus in allen skandinavischen Ländern tätig. Unter anderem inszenierte er 2004 Ibsens »Die Kronprätendenten« und 2008 Shakespeares »Hamlet« am Königlichen Theater in Kopenhagen. Zu seinen letzten Arbeiten gehören »Die drei Musketiere« nach Alexandre Dumas und Brechts »Herr Puntila und sein Knecht Matti«, beide am Stadsteater Stockholm. Für mehrere seiner Arbeiten ist er mit Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem norwegischen Hedda-Preis für seine Umsetzung von »Aber nichts von Nachtigallen« von Tennessee Williams am Osloer Nationaltheater 2000.
Karten können hier gekauft werden:
Kartentelefon Komische Oper Berlin: 030 47 99 74 00. Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr. Preise: Do: 8,00 – 62,00 €, Fr + Sa: 10,00 – 72,00 €, Premiere: 12,00 – 93,00 €. E-Mail: karten@komische-oper-berlin.de, Internet: www.komische-oper-berlin.de
Text: Komische Oper Berlin