Norwegische Autoren zu Gast in Berlin

Letzte Aktualisierung: 31.08.2011 // Im September sind gleich zwei norwegische Autoren zu Gast in Berlin. Åsne Seierstad und Ingar Sletten Kolloen sind zum ILB und in das Literaturhaus Berlin eingeladen.

Die Schiftstellerin und Journalistin Åsne Seierstad berichtet beim Internationalen Literaturfestival Berlin von ihren Erfahrungen und dem Leben in Afghanistan, das sie auch in dem Buch »Der Buchhändler aus Kabul« beschreibt. Das Literaturhaus in der Fasanenstraße hat Ingar Sletten Kolloen eingeladen, aus seiner dieses Jahr beim Landt-Verlag erschienenen Biografie von Knut Hamsun zu lesen. Anschließen spricht der Literaturkritiker Wolfgang Schneider mit dem Autor über Person, Leben und Werk des norwegischen Literaturnobelpreisträgers.

Lesung mit Åsne Seierstad (Norwegen): Ein Leben in Afghanistan

Åsne Seierstad 1970 in Oslo geboren, studierte Russisch, Spanisch und Ideengeschichte. Ab 1993 arbeitete sie für eine norwegische Tageszeitung in Russland und China, bevor sie 1998 Kriegsreporterin für das norwegische Fernsehen wurde. Sie berichtete aus Afghanistan, dem Irak, Tschetschenien und dem Balkan und arbeitet gegenwärtig im Nahen Osten. Ihre Bücher schildern das Leben der Menschen in diesen Krisenregionen.
Fünf Monate verbrachte die Autorin in der Familie des Buchhändlers Sultan Khan und gewährt in ihrem Werk »Der Buchhändler aus Kabul« intensive Einblicke in die patriarchalische Kultur dieses Landes. Sie beschreibt die Trostlosigkeit und die Resignation im Leben der Frauen, die Verunsicherung der Kinder, die unter der Willkür ihres Vaters leiden, und zeichnet ein ambivalentes Bild des charismatischen, gebildeten Mannes.


11.09.2011, 15:00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne, Schaperstraße 24, 10719 Berlin
Autor: Åsne Seierstad
Sprecher: Nina West
www.berlinerfestspiele.de
www.literaturfestival.com

 

Ingar Sletten Kolloen: Hamsun


Er pries und verewigte das einfache Leben seiner Vorfahren, seine Härte und seine Größe. Er schrieb die neue Seelendichtung, und die Welt legte sich ihm zu Füßen. Er aber blieb ein Wanderer und Getriebener, der zitterte und seine Familie zittern machte. Er haßte die Moderne und die Engländer, er huldigte Hitler und bezahlte dafür. Der Sohn eines Bauern und Schneiders wurde Dichter und Verführer, Schwärmer und Eroberer, Zauberer und Verräter, Gutsherr und Nervenbündel, Nobelpreisträger und Narzißt.

Wie hatte das alles begonnen?, fragt Ingar Sletten Kolloen, was hat den Armeleutesohn vom Rande Europas, der nur 252 Tage zur Schule gegangen war, zu dem Schriftsteller gemacht, von dem Thomas Mann sagen konnte: »Keiner hat den Nobelpreis so verdient wir er.« Und was treibt einen weltberühmten Schriftsteller dazu, dem größten Verbrecher des zwanzigsten Jahrhunderts zu huldigen, um mit 89 Jahren wegen Landesverrates verurteilt zu werden. Ingar Sletten Kolloen hat die bislang materialreichste Biographie des großen norwegischen Schriftstellers Knut Hamsun (1859-1952) geschrieben; sie ist in diesem Frühjahr in der Übersetzung von Gabriele Haefs im Berliner Landt Verlag erschienen.
Der Literaturkritiker Wolfgang Schneider spricht mit Ingar Sletten Kolloen über Knut Hamsun.

20.09.11, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin / Großer Saal
Fasanenstraße 23, Berlin-Charlottenburg
http://www.literaturhaus-berlin.de/


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