Als ein von drei Preisträgern wurde der Norweger und übersetzer Sverre Dahl jetzt für sein kaum glaubliches Lebenswerk Im Weimar geehrt: 120 gewichtige deutschsprachige Werke sind in Norwegen allein durch seine Arbeit präsent – von Goethe und Hölderlin über Kafka und Ingeborg Bachmann bis zu Gegenwartsautoren wie Ingo Schulze und Daniel Kehlmann. Besonders, um Klassiker in die Verlage zu bringen, ist immer wieder Überzeugungsarbeit bei den Verlagen nötig, sagt Dahl: „Deutschland erscheint uns als große Herausforderung. Politisch war es immer gefährlich für andere Länder. Die deutsche Kultur ist zwar nicht gefährlich, aber so groß und reich.“ Lange war auch die deutsche Besatzung Norwegens im Zweiten Weltkrieg ein Hindernis für die Rezeption deutscher Literatur. Dieser Widerstand sei jetzt verschwunden, sagt Dahl, „doch jetzt ist es ein Unverstand“. Denn die deutsche Art, zu schreiben und Themen zu behandeln, sei seinen Landsleuten oft fremd: „Vereinfacht gesagt, haben die Deutschen oft eine sehr philosophische Weise, sich auszudrücken.“
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