Die 40-45.000 norwegischen Samen sind ethnische Minorität, eigenes Volk und norwegische Mitbürger zugleich. So war es nicht immer. Das samische Gebiet erstreckt sich von Idre in Dalarna in Schweden bis hinunter nach Engerdal im südnorwegischen Fylke Hedmark sowie nach Norden und Osten bis Utsjoki in Finnland, Varanger in Norwegen und zur Halbinsel Kola in Russland. Die hier verbreitete Kultur ist deutlich davon geprägt, dass die Samen früher Fischer und Jäger, später Rentierzüchter und Nomaden waren.
Alte mitteleuropäische Schriften bezeichneten die Samen allerdings nur als Heiden. Schon um 1100 fing man an, in den samischen Siedlungsgebieten Kirchen zu bauen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Lehrer angewiesen, in den Schulen den Gebrauch der samischen Sprache zu vermeiden. Und von 1902 an war es sogar verboten, Land an Menschen zu verkaufen, die nicht Norwegisch sprechen konnten.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg änderte die norwegische Politik gegenüber den Samen ihren Charakter. Man gestand ihnen zu, ihre eigene Kultur aufrechtzuerhalten, Samisch zu unterrichten. Es entstanden neue Einrichtungen wie das samische Museum in Karasjok und ein Kulturzentrum für die Südsamen.
Seit 1980 hat sich auch die Rechtslage der Samen wesentlich gebessert. Diese veränderte Einstellung kommt in einem Artikel des Grundgesetzes zum Ausdruck, der im Jahre 1988 vom norwegischen Parlament verabschiedet wurde. Er lautet: "Es obliegt den Behörden des Staates, die nötige Voraussetzung zu schaffen, dass die samische Bevölkerungsgruppe die Möglichkeit erhalte, ihre Sprache, ihre Kultur und ihr Gemeinschaftsleben zu wahren und zu entwickeln." Ein Jahr später wurde ein samisches Parlament, das so genannte Sameting, eröffnet. In Deutschland hat sich dies alles noch nicht so recht herumgesprochen: Hier werden die Samen bis heute als "Lappen" bezeichnet.