Der Abelpreis 2008 wird an Tits und Thompson vergeben

Der Abelpreis 2008 wird zwischen dem amerikanischen Mathematikprofessor John Griggs Thompson an der University of Florida in Gainsville und dem französischen Mathematiker Jacques Tits aufgeteilt, der zurzeit an das Collége de France in Paris angegliedert ist.

Der Preis wird den beiden Akademikern verliehen “für ihre hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Algebra, und im Besonderen für die Ausarbeitung moderner Gruppentheorien”.“Die Ergebnisse von John Thompson und Jacques Tits haben exzeptionelle Tiefe und Bedeutung. Sie komplettieren einander, und machen zusammen das Rückgrat der modernen Gruppentheorie aus,” war die Begründung des Wissenschaftlichen Komitees für die Wahl der diesjährigen Preisträger.

John Griggs Thompson und Jacques Tits ist der Abelpreis für ihren Beitrag dafür zuerkannt worden, was unter die Bezeichnung Gruppentheorie fällt. Gruppentheorie ist die “Wissenschaft der Symmetrien”, wo man versucht das Verhältnis zwischen Spiegelungen und Rotationen zu einem  Ikosaeder zu verstehen, um das Geheimnis hinter dem   Rubik’s Cube zu enthüllen, oder um die Symmetrie unter den Lösungen auf der Fünftengradlinie zu untersuchen, wie es Niels Henrik Abel tat.

Thompson und Tits haben wichtige neue Begriffe erfunden und fundamentale Resultate auf diesem Gebiet aufgezeigt, und ihre Namen haben jetzt einen bedeutenden Platz in der Geschichte der Gruppentheorie.

Thompson revolutionierte die Theorie über endliche Gruppen beim Beweisen sehr tiefer Theoreme, die die Grundlage für die vollständige Klassifizierung endlicher einzelner Gruppen. Tits entwickelte eine neue und sehr bedeutungsvolle Auslegung von Gruppen wie geometrische Objekte.

Der mit NOK 6 Mill. (EUR 750,000) dotierte Abelpreis wird für hervorragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Mathematik verliehen. Der Preis wird dazu beitragen, den Status des Wissensgebiet Mathematik in der Gesellschaft zu erhöhen und Kinder und Jugendliche anspornen, sich für Mathematik zu interessieren. Der Preis wurde zum ersten Mal 2003 zum Gedenken an den norwegischen Mathematiker Nils Henrik Abel (1802-1829) verliehen, der trotz seines kurzen Lebens einen umfangreichen mathematischen Beitrag hinterließ.

Der Abelpreis wird von Seiner Majestät König Harald während der Abelpreisverleihung in Oslo am 20. Mai 2008 überreicht.


Quelle: Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten   |   Anteil in Ihrem Netzwerk   |   print