Nordischer Klang macht Greifswald zu Kulturmetropole

Vom 4. - 13.Mai 2007 wird Greifswald wieder zur nordeuropäischen Kulturmetropole, der Nordische Klang geht in seine 16. Runde. Es ist das größte Festival für nordische Kultur außerhalb Skandinavien. Eine Kombination von Ernst und Spaß, für Auge und Ohr, Seele und Kopf füllt die Festivaltage randvoll, und die Vielfalt verschiedenster Genres aus Musik, Literatur, Film und Kunst macht das Festival gewohnt abwechslungsreich. Die Auswahl der Künstler ist multikulturell und beschränkt sich nicht nur auf den Norden. Aus der ganzen Welt kommen sie: Kuba, Irak, Russland und Uruguay.

Ohne Zweifel ist Kari Bremnes' Auftritt einer der Höhepunkte des Festivals. Extra für sie wird der Nordische Klang um einen Tag verlängert. Die norwegische Songpoetin ist bis nach Japan bekannt und beliebt und hat sich auch gerade in Deutschland mit ihren Melodien aus Folk, Jazz, Chanson und Pop eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut.

Auch die Herzfrequenz aller Jazzfreunde wird das Festival zum Flimmern bringen, denn die Auswahl ist groß: Es gibt wieder die Nordic Jazz Night, diesmal mit Anderskov Accident aus Dänemark, die als Oktett Reisen in die Weiten des Sounds machen, sowie das Ola Kvernberg Trio, dessen Namensgeber seiner Jazzvioline Nordic Sound und John-Coltrane-Klänge entlockt. Nur fünf Tage später präsentiert das Copenhagen Jazz Festival seinen Ableger in Greifswald: Die Combo JazzKamikaze, eine achtköpfige Band mit Dänen, Schweden und Norwegern, teilt sich den Abend mit Attaboy samt Streichergruppe, deren Motto lauten könnte: Alles kann, nichts muß, denn nichts geht über Improvisation.

Eine Mischung aus estnischer Folklore und Nordic Jazz- Improvisationen erzeugt die estnische Band Ro:toro auf ihren traditionellen Schweinsblasen- Dudelsäcken.

Ganz anders ist wieder die dänisch-kubanische Salsa-Band Grupo Danson. Fünf Kubaner und drei Dänen erzählen eine Geschichte vom Zusammentreffen zweier völlig unterschiedlicher Kulturen in mitreißendem Salsa zwischen Tradition und Moderne. In Greifswald werden sie vom preisgekrönten Kubaner Alexander Abreu, einer Schlüsselfigur des karibischen Salsa, unterstützt.

Aber auch das Latin Lover Qartett schafft Ungewöhnliches: Tango-Rhythmen, Candombe und Jazz mit Saxophongigant Hector Bingert und Schwedens bestem Bandoneonspieler Mikael Augustsson. In der Klassik-Sparte kombiniert das dänische Bläserquintett Carion künstlerisch perfekte Kammermusik mit einer Choreographie-Performance und macht daraus ein Bühnenfeuerwerk, das nicht nur den Akteuren Spaß macht. Und Oper spielt sich mit Akkordeon, Saxophon, Bibraphon etc, plus Clowns ab, wenn als Gastspiel aus Malmö Mauricio Kagles „Variété“ über die Bühne geht.

Dieses Jahr hat der Nordische Klang zwei Auftragswerke vergeben. In einer Welturaufführung präsentiert der norwegische Komponist und Jazzpianist Egil Kapstad komponierte Musik für Streichquartett, Klavier und Tenorsaxophon zu neu übersetzten Gedichten des Jazz&Poetry-Meisters Jan Erik Vold. Und der Schweizer Autor, Verleger und Graphiker Beat Brechbühl gestaltete eine Serie Graphikblätter mit skandinavischer Lyrik, die in der Universitätsbibliothek ausgestellt wird.

So zu sagen in allerletzter Sekunde wurde ein Projektvorschlag aus St. Petersburg eingereicht. In „Paradigma CEBEP/Norden“ zeigen Kunst, Fotografie, Film, Musik, Philosophie, Architektur- und Filmgeschichte den Mythos Norden in all seinen Facetten und beleuchten seine Bedeutung in ihrer ganzen Komplexität – ganz im Sinne des Nordischen Klangs.


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