Norwegische und internationale Spitzenkünstler und Musiker treffen sich bei diesem Festival, das von Anfang an eines der größten und wichtigsten Kulturfestivals Skandinaviens war. Wie bei den ersten Festspielen in den 50er Jahren steht die klassische und zeitgenössiche Musik immer noch im Mittelpunkt. Es hat aber seit seiner Gründung an Bandbreite gewonnen und präsentiert nun zwei Wochen lang auch Oper und Theater, Kabarett, Korpsmusik, Romanlesungen und Unterhaltungsmusik. Die ganze Stadt wird zum Spielort eines vielfältigen Programms. Leiter des Festivals seit 2006 ist der in deutschen Musikkreisen nicht ganz unbekannte Per Boye Hansen, u. a. ehemaliger Direktor der Komischen Oper Berlin.
100 Jahre nach Edvard Grieg
2007 ist es 100 Jahre her, seitdem Edvard Grieg (1843-1907), gestorben ist. Auch die diesjährigen Bergener Festspiele nehmen dies zum Anlass, das Leben und das Werk des Komponisten zu beleuchten. Die traditionelle norwegische Volksmusik diente Grieg als Inspirationquelle für seine Kompositionen. Dies hat vielleicht Grieg auch den Ruf eines traditionellen und deshalb altmodischen Komponisten eingebracht. Aber Grieg lebte in einer Zeit der Veränderungen in der klassischen Musik, und war auch sehr von den moderneren musikalischen Ausdrücken beeinflusst. Die diesjährigen Festspiele wollen dies verdeutlichen und dem Publikum einen modernen Grieg vorstellen.
Edvard Grieg wurde in Bergen geboren und sein Haus, Troldhaugen, das heute ein einzigartiges Museum ist, ist einer der vielen Konzertorte der Bergener Festspiele. Hier kann man unter anderem ganz exklusiv Musik, gespielt auf Griegs eigenem Klavier, das er und seine Frau 1892 zur Silberhochzeit bekommen haben, hören. Auch die Künstlerheime von zwei weiteren bekannten Bergener Komponisten, dem Violinisten und Komponisten Ole Bull (1810-1880), der zu seiner Zeit als der Nachfolger Paganinis nicht nur in Europa gefeiert wurde, und dem Komponisten Harald Sæverud (1897-1992), sind Konzertorte der Festspiele, die eine ganz besondere Atmosphäre bieten.
Die Festspiele - nicht nur Musik
In den letzten Jahren haben sich die Festspiele auch zum Ziel gesetzt, ein breiteres Spektrum an Literatur und Dramatik anzubieten. 2006 wurde ein neu geschriebenes Theaterstück des bekanntesten norwegischen Dramatikers der Gegenwart, Jon Fosse, vorgestellt. Auch in diesem Jahr wird ein Fosse-Stück während der Festspiele zur Uraufführung kommen. Das Stück heißt "Eg er vinden" (Ich bin der Wind). Jon Fosse, der in Bergen wohnt, war in den letzten Jahren der meistgespielte lebende Dramatiker an Bühnen Europas.
Nachtjazz
Seit 1973 wird in Bergen das Jazzfestival Nattjazz (Nachtjazz) parallel zu den Festspielen veranstaltet. Dadurch wird Bergen während der Festivalwochen Ende Mai, Anfang Juni eine musikalische und kulturelle Breite zuteil, die in Städten dieser Größenordnung ( Bergen hat 220.000 Einwohner) selten zu finden ist. Das Nachtjazz-Festival setzt auch auf einen breiten musikalischen Ausdruck, von traditionellem Jazz bis zu Musikformen, die eher in die Kategorie World Music fällt. Die Konzerte des Natt-jazz-Festivals werden hauptsächlich im Kulturhaus USF stattfinden. Dieses vielseitige Kulturhaus in einer ehemaligen Sardinenfabrik bietet auch das ganze Jahr über ein breites Spektrum an kulturellen Veranstaltungen an.
Das gesamte Programm der Bergener Festspiele oder des Nachtjazz-Festivals finden Sie unter den Links auf der rechten Seite.
