Der Mann der Haugesund liebte

Der Mann, der Haugesund liebte, war Jude. Er hat ein grosses Konfektionsimperium in Norwegen aufgebaut, war sehr erfolgreich, wurde aber bei den Bewohnern der Stadt nicht akzeptiert. Das jüdische Filmfestival in Berlin zeigt am 21.06 die besondere Geschichte von Moritz Rabinowitz. Unter Verwendung historischen Filmmaterials und vieler Interviews zeichnen die Regisseure einen Lebenslauf nach, an dem sich noch heute Kontroversen entzünden.

”Der Mann, der Haugesund liebte” ist  ein Film über einen Menschen, der einem Ort zugehören möchte, aber von der Gesellschaft um ihn herum nicht akzeptiert wird

Moritz Rabinowitz stammte aus Polen. 1911 kam er als Handelsreisender in den norwegischen Küstenort, der damals ausschließlich vom Fischfang lebte. Aus dem Nichts baute er eine Kleiderfabrik auf – am Ende der 30er Jahre war sie die größte des Landes.

Besonders interessant ist diese Geschicht, weil sich Rabinowitz sehr im Kampf gegen Nazismus und Antisemitismus engagierte - ohne Gehör zu finden. Als scharfer Kritiker des Hitler-Regimes schrieb er neben zahlreichen Leserbriefen bereits 1933 ein Buch, in dem er auf die zukünftige Gefahr in Europa aufmerksam machte. Unter anderem forderte er den Bau von Festungen entlang der norwegischen Küste – und wurde dafür ausgelacht.

April 1940 war er eine der ersten  Personen, die die Deutschen nach der Besetzung Norwegens festnehmen wollten.

Der Film fand in Norwegen sehr großen Zuspruch, und für seine eingehende Schilderung eines menschlichen Kampfes um Akzeptanz wurde ihm unter anderem der Menschenrechtspreis der norwegischen Regierung verliehen.

Der Mann der Haugesund liebte, 2003
Dokumentarfilm: Tore Vollan, Jon Haukeland

im Kino Arsenal
Filmhaus am Potsdamer
Potsdamer Straße 2, Berlin Tiergaren

21.06.2005
19 uhr


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