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Datum::  Mittwoch, 13. Dezember 2006 - Sonntag, 31. Dezember 2006
Kategorie:: 

„Peer Gynt“ – „Faust des Nordens“

"Peer Gynt" ist ein Film über die (Un-)Möglichkeit der Liebe, mit der Kraft eines der großen dramatischen Gedichte der Weltliteratur. Robert Stadlober ist “Peer Gynt“, Henrik Ibsens nordischer Faust. Ein Erlebnis - am 13. Dezember auf ARTE, ab 14. Dezember im Kino!

Wahrheit, Wahn, Phantasie, Wunsch und Realität verschwimmen, wenn Peer Gynt in immer neue Abenteuer stürzt. Dem Kaleidoskop von Eindrücken und Geschichten die eigene Identität einzuimpfen, das bestimmt die reizvoll-provozierende Dramatik von Ibsens “Peer Gynt“.

Robert Stadlober als Hauptdarsteller gibt Peer einen spitzbübischen Charakter, schillernd, rebellisch und emotionsgeladen. Bereits als junger Peer ist er auf der Suche nach der Liebe, jedoch immer begleitet von der Urangst des durch den mephistophelischen “Knopfgießer“ personifizierten Todes, verkörpert von Ulrich Mühe. Peers Mutter Aase (Susanne-Marie Wrage) und seine große Liebe Solvejg (Karoline Herfurth) bilden die beiden weiblichen Bezugspunkte seiner dramatischen Existenz, deren Lebenszickzack ihn zurück zu seinen Ursprüngen führt, auf der Suche nach der Liebe als einzig mögliche Erlösung von Lebensgier und Tod. Peer erlebt sich als Zwiebel, schalenreich, aber kernlos: als Mensch ohne Persönlichkeit. Es ist die Lebensreise eines Träumers, der “sich selbst genug“ ist, ohne jemals wirklich “er selbst“ zu sein – einer, der sich mit Lügen und Betrügereien durchs Leben schummelt. Vor lauter Selbstverwirklichung hat er das Leben verpasst und erkennt, dass sein Ich auf der Strecke geblieben ist.

Nach Bertolt Brechts “Baal“ und Frank Wedekinds “Lulu“ stellt sich der Berliner Film- und Fernsehregisseur Uwe Janson bereits zum dritten Mal im Auftrag des ZDFtheaterkanals mit ARTE und 3sat der Herausforderung, einen Bühnenklassiker mit zeitgemäßen filmischen Mitteln neu für ein größeres Fernsehpublikum zu erschließen. Ibsens “Peer Gynt“ hat er in Peenemünde auf Usedom verfilmt. Für Janson liegt der inhaltliche Fokus auf den beiden ewigen Themen, die Film und Theater miteinander gemein haben: Liebe und Tod.
So wird die zugleich romantisch und ironisch anmutende Geschichte von Peer die Geschichte von uns allen: seine Suche nach der wahren Liebe und seine Hoffnung auf Unsterblichkeit ist auch die unsrige. Zum Schluss kulminieren die großen, nagenden und faszinierenden Fragen nach Ziel und Sinn unseres Lebens in der zentralen Frage: wie stark ist die Liebe?

“Peer Gynt“ zählt zu den herausragenden Werken des europäischen Erbes, emotional, scharfsichtig und lebenshungrig zugleich. Rechtzeitig vor Ende des Ibsen-Jahres 2006, mit dem in zahlreichen Inszenierungen und Veranstaltungsreihen des wohl bedeutendsten norwegischen Schriftstellers gedacht wird, erweitert dieser Film die Ibsen-Interpretation temporeich und humorvoll um eine weitere Facette.

„Peer Gynt“
Eine Produktion der Nostro Film, Berlin
im Auftrag von ZDFtheaterkanal in Zusammenarbeit mit ARTE und 3sat
Mi, 13.12.06, 22:40
ARTE

Kinostart: 14. Dezember

 


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