Wenn Sie auf dem Weg von der Arbeit nach Hause jetzt in der Vorweihnachtszeit in Berlin umsteigen, kann es passieren, daß Sie ein retrospektives Erlebnis haben. Auf dem Bahnsteig zur U2 mitten im Herzen des alten Ost-Berlin, hat der norwegische Künstler Aage Langhelle die ansonsten eher nüchternen Wände mit dem Logo ddr in vielen verschiedenen Varianten gestaltet. Die Ausstellung wurde am 11. Dezember eröffnet und wird bis zum 31. März zu sehen sein.
Die DDR als Markenware
Aage Langhelle wurde in Oslo ausgebildet, lebt und arbeitet aber seit 1997 als Künstler und Kunstkritiker in Berlin. In dem Projekt spielt er sowohl mit der Ostalgie als auch mit der Wiedererkennung der Marken, die Ost- und Westdeutschland symbolisieren.
In einer Serie von 32 Plakaten zeigt er das Logo ddr in Formen, die bekannten östlichen und westlichen Markenlabels ähneln. Es gelingt dem Betrachter aber kaum zu bestimmen, welche Markenwaren sich dahinter verbergen. Die Erfahrung des historischen Ereignisses der Wende und die sich ständig verändernde Erinnerung an die DDR werden thematisiert.
Mehr Kunst zu erwarten
Der Norweger ist einer von insgesamt sechs Künstlern, die den Bahnsteig U2 als Tummelplatz benutzen können. Bei einem Wettbewerb, der von der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) ausgeschrieben worden war, gingen 276 Vorschläge ein, die sich jeder auf seine Art mit dem Thema "Kommunikationsstrategien der Werbung" befaßten. Zwei der sechs Preisträger haben bereits ihre Werke präsentiert. Erst im September 2004 setzt der Künstler
Sven Kalden mit seiner Ausstellung typenoffen einen Schlußstrich unter das Projekt.