Der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes gastiert am Dienstag 4. März im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Auf dem Programm steht unter anderem die Ballade g-Moll von Edvard Grieg, die lange Zeit als unspielbar galt.
Anlässlich des 100. Todesjahres von Edvard Grieg 2007 hat sich Leif Ove Andsnes besonders intensiv mit dem Werk Griegs auseinandergesetzt.
Über die Ballade sagt er:
„Dieses Werk entstand in Bergen während Griegs Midlifecrisis; seine beiden Eltern waren kurz zuvor gestorben, was ihn in eine lange Depression führte, in der bestrebt war, seine musikalische Richtung zu finden. Nach seinem frühen Erfolg mit seinem Klavier-Konzert, der ihn auf einen Schlag berühmt gemacht hatte, hoffte Grieg lange, ein größeres Klavierwerk zu schreiben, das an diesen Erfolg anknüpfen würde. Heraus kam schließlich die Ballade, die jedoch von ganz anderer Art ist als seine früheren Werke. In diesem Werk kann man seine Verzweiflung, Melancholie und Wut hören, eine Wut, die am Schluss fast barbarisch wird. Trotzdem gibt es Momente von unglaublicher Schönheit, die in ihrer Größe die Ballade zu einem der kostbarsten Stücke Griegs machen.“
Zu hören sind außerdem von Bach die Toccata e-Moll, BWV 914, von Beethoven die Sonate Es-Dur op. 27 Nr. 1 "Quasi una fantasia" und eine Auswahl der Preludes von Debussy.
4. März, Kammermusiksaal der Philharmonie, 20 Uhr
Karten bei allen Vorverkaufsstellung erhältlich und unter www.musikadler.de