Die Botschaften der nordischen Länder in Berlin laden am 28. April zu einem eintägigen Symposium zum Thema nordische Moderne ein. Anlass ist der "Interbau '57" und die Entstehung des Berliner Hansaviertels an der überproportional viele Architekten aus Skandinavien beteiligt waren: Alvar Aalto, Arne Jakobsen, Kay Fisker und Sten Samuelson.
In der Nordischen Linie stehen die skandinavischen Länder als kollektive Metapher für „moderne Gesellschaften“. Dass die Architektur einer modernen Gesellschaft ständig auch „gebaut“ werden muss, scheint durch die nordischen Staaten besonders gut repräsentiert. Der Bau der nordischen Botschaften in Berlin mit seinem symbolischen Anspruch darauf, ein „Gemeinsames Haus“ zu sein, unterstreicht diesen Ansatz nochmals.
Anhand von Beiträgen aus allen nordischen Ländern und aus Berlin wird die Rolle der modernen Architektur im Aufbau der nordischen Gesellschaften untersucht. Nicht nur die politische Stadtplanung sondern auch ihre enge Verbindung zur modernen Architektur findet im Hansaviertel seine Manifestation. Mit vier nordischen Architekten im Ensemble wird die deutsche Nachkriegsmoderne mit dem nordischen Gesellschaftsmodell verbunden.
In diesem Symposium wird die Moderne in den Kontext von Wohlfahrt und Gesellschaftsideologien gesetzt. Die Verbindung zwischen den nordischen Ländern und Nachkriegsdeutschland werden erneut betrachtet, und die Nordeuropäische Moderne wird in ein neues Licht gerückt.

Hansaviertel Berlin, Alvar Aalto-Bau
Die Hauptredner und ihre Themen kurz gefasst:
Mari Hvattum (NO) wird die vom Modernismus modifizierten Wohnideale der 50er Jahre untersuchen.
Sven Olov Wallenstein (SE) wirft ein neues Licht auf die Rolle moderner Architektur, Stadtplanung und Konsum im Kontext des schwedischen Wohlfahrtstaates.
Carsten Thau (DK) wird mit dem Thema "Konzepte für Architektur, die als 'Gebaute Gesellschaft' verstanden wird" die Rolle der Architektur in der Entwicklung von Bildern emanzipierter Gesellschaften erläutern.
Eeva-Liisa Pelkonen (FI) diskutiert anhand ihres letzten Buches "Alvar Aalto: The Geopolitics of Architecture" den Einfluss von Alvar Aaltos Architektur auf Finnlands geopolitische Position zwischen Ost und West.
Petur Armannssons (IS) Vortrag "The Dream of Pure Form" erläutert die besondere Entwicklung der isländischen Moderne, die sich sowohl in einer engen Verbindung zur abstrakten Malerei als auch im Kontext zur neuen Selbständigkeit entwickelte.
Begrüssung: Thomas Flierl, MdA und früherer Kultursenator in Berlin
Moderation: Nikolaus Bernau, Kunsthistoriker und Architekturkritiker der Berliner Zeitung
Samstag, 28. April, 11 Uhr
im Felleshus der Nordische Botschaften
Rauchstr. 1, 10787 Berlin-Tiergarten
Anmeldung bitte an: symposium@nordischebotschaften.de
Konzept: Caroline Høgsbro in Zusammenarbeit mit den Botschaften der fünf nordischen Länder
Nach dem Symposium sind die Teilnehmer herzlich eingeladen, an einer virtuellen Führung im Rahmen des Projektes
Stattfinden Moderne durch das Hansaviertel teilzunehmen.